Kyle Rittenhouse (18) – War es Notwehr? Geschworene beraten über Urteil in aufwühlendem Prozess
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Kyle Rittenhouse (18)War es Notwehr? Geschworene beraten über Urteil in aufwühlendem Prozess

Die Schlussplädoyers haben stattgefunden, jetzt beraten die Geschworenen über das Schicksal von Kyle Rittenhouse. Als 17-Jähriger hatte er bei Black-Lives-Matter-Protesten in Wisconsin zwei Menschen erschossen.

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In Kanosha, Wisconsin, war es letztes Jahr wegen Polizeigewalt gegen einen Afroamerikaner zu teils gewalttätigen Protesten gekommen. Dabei erschoss Kyle Rittenhouse (damals 17) zwei Männer und verletzte einen dritten schwer. In dem Prozess wurden von jenem Abend viele Videos gezeigt. Auch deswegen war die Stimmung im Saal aufgewühlt. 

In Kanosha, Wisconsin, war es letztes Jahr wegen Polizeigewalt gegen einen Afroamerikaner zu teils gewalttätigen Protesten gekommen. Dabei erschoss Kyle Rittenhouse (damals 17) zwei Männer und verletzte einen dritten schwer. In dem Prozess wurden von jenem Abend viele Videos gezeigt. Auch deswegen war die Stimmung im Saal aufgewühlt.

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Schlussplädoyer der Anklage: Der stellvertretende Staatsanwalt Thomas Binger zielte mit der von Rittenhouse verwendeten Waffe, einer AR-15, auf die Zuschauer im Gerichtssaal. «Damit hat er das Ganze provoziert». 

Schlussplädoyer der Anklage: Der stellvertretende Staatsanwalt Thomas Binger zielte mit der von Rittenhouse verwendeten Waffe, einer AR-15, auf die Zuschauer im Gerichtssaal. «Damit hat er das Ganze provoziert».

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Gaige Grosskreutz weint bei seiner Aussage. Er wurde von Rittenhouse in den rechten Arm geschossen. 

Gaige Grosskreutz weint bei seiner Aussage. Er wurde von Rittenhouse in den rechten Arm geschossen.

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Dieser Prozess ist politisch aufgeladen und sorgt in den USA landesweit für Aufsehen: Der 18-jährige Kyle Rittenhouse hatte im vergangenen Jahr in Kenosha, Wisconsin, bei Anti-Rassismus-Protesten zwei Demonstranten erschossen. Jetzt ist die Verhandlung in die Schlussphase eingetreten, die Geschworenen-Jury nimmt ihre Beratungen über das Urteil auf. Die Anklage lautet unter anderem auf Mord.

Fotos aus dem Gerichtssaal beleben, wie emotional die Schlussplädoyers von Verteidigung und Anklage aufgefallen waren (siehe Bildstrecke). Richter Bruce Schroeder forderte die Jury auf, sich nicht «von Sympathien, Leidenschaft, Vorurteilen oder politischen Einstellungen» leiten zu lassen.

Unruhen nach Urteil befürchtet

Auch die Meinung «des Präsidenten der Vereinigten Staaten oder die seines Vorgängers» dürfe keine Rolle spielen, sagte Schroeder mit Blick auf Joe Bidens Amtsvorgänger Donald Trump.

Wisconsins Gouverneur, Tony Evers, hat 500 Mitglieder der Nationalgarde des Bundesstaats in Bereitschaft versetzt, sollte es nach einem Urteil in dem Fall zu Unruhen kommen.

Notwehr oder nicht?

Rittenhouses´ Anwälte argumentieren, der damals 17-Jährige habe in Notwehr gehandelt. Die Anklage hatte dies am Montag zurückgewiesen und argumentiert, es sei Rittenhouse gewesen, der den Vorfall am 25. August 2020 «provoziert» habe. Er sei «in allen Punkten für schuldig zu befinden». Rittenhouse selbst hatte vergangene Woche vor Gericht gesagt, er «habe nichts falsch gemacht», sondern sich «selbst verteidigt».

Der mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnete Teenager war im August 2020 nach Kenosha gereist und hatte sich dort bewaffneten Männern angeschlossen, die nach eigenen Angaben Geschäfte vor Plünderern schützten wollten. In der Stadt war es zu teils gewalttätigen Protesten gekommen, nachdem ein Polizist den Afroamerikaner Jacob Blake mit mehreren Schüssen in den Rücken schwer verletzt hatte.

Bei Auseinandersetzungen erschoss Rittenhouse zwei Männer und verletzte einen dritten schwer. Rittenhouse ist weiss, ebenso wie seine Opfer. Seine Anwälte argumentieren, er sei von Randalierern angegriffen worden und habe sich verteidigen müssen.

Teenager als Gallionsfigur des rechten Lagers

Nach seiner Festnahme wurde Rittenhouse zu einer Art Galionsfigur des rechten Lagers: Die Kaution von zwei Millionen Dollar kam durch Spenden schnell zusammen, zu seinen Unterstützern gehört der Schauspieler und frühere Kinder-Star Ricky Schroder («Der kleine Lord»).

Auch der damalige Präsident Trump stellt sich hinter Rittenhouse: Dieser habe «in grossen Schwierigkeiten» gesteckt, weil Demonstranten ihn «gewaltsam angegriffen» hätten, sagte der Rechtspopulist damals. «Er wäre vermutlich getötet worden.»

In den USA hatte es im vergangenen Jahr nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz und weiteren Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze landesweite Anti-Rassismus-Proteste gegeben. Trump macht und machte für Ausschreitungen am Rande der Proteste der Bewegung Black Lives Matter immer wieder linke Gruppen wie die Antifa verantwortlich.

(AFP/gux)

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