«War fast tot» - Jan Ullrich erzählt so offen wie noch nie über dunkelste Stunden seines Lebens
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«War fast tot»Jan Ullrich erzählt so offen wie noch nie über dunkelste Stunden seines Lebens

Jan Ullrich geht es wieder gut. Der einstige Tour-Sieger radelt auf Mallorca mit seinem früheren Rivalen Lance Armstrong und redet offen über die schwerste Phase seines Lebens.

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Jan Ullrich (rechts) erzählte im Podcast «The Move» von Lance Armstrong über seinen fast-Tod. 

Jan Ullrich (rechts) erzählte im Podcast «The Move» von Lance Armstrong über seinen fast-Tod.

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Jan Ullrich und Lance Armstrong hatten packende Duelle an der Tour de France.

Jan Ullrich und Lance Armstrong hatten packende Duelle an der Tour de France.

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Die beiden Dauerrivalen sind nach ihrer Karriere in ein tiefes Loch gefallen. Ullrich wegen seiner Gesundheit und Armstrong wegen seinem positiven Dopingtest. Nun haben sie zusammen über diese Zeit gesprochen. 

Die beiden Dauerrivalen sind nach ihrer Karriere in ein tiefes Loch gefallen. Ullrich wegen seiner Gesundheit und Armstrong wegen seinem positiven Dopingtest. Nun haben sie zusammen über diese Zeit gesprochen.

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Darum gehts

  • Lance Armstrong hat einen eigenen Podcast, «The Move».

  • Dieses Mal zu Gast war Jan Ullrich.

  • Der 47-Jährige gab zu, dass er im Jahr 2018 fast gestorben wäre.

Bestens gelaunt und gesundheitlich in der wohl besten Verfassung seit Jahren hat Jan Ullrich so offen wie nie über die dunkelste Zeit seines Lebens geredet. «Vor drei Jahren ging es mir richtig schlecht», sagte Deutschlands einstiger Rad-Held im Podcast seines früheren Dauerrivalen Lance Armstrong. «Du hast mich besucht und ich war auf demselben Weg wie Marco Pantani – fast tot.» Der italienische Radstar Pantani war 2004 an einer Überdosis Kokain gestorben, die genauen Todesumstände sind bis heute nicht geklärt.

Auf der Ferieninsel Mallorca sassen Ullrich, Armstrong sowie dessen einstiger Teamkollege George Hincapie und Teamchef Johan Bruyneel nun auf einem weissen Sofa und plauderten bester Laune auf einer Terrasse am Wasser über alte Zeiten. Vor allem Ullrich merkte man nach den Alkohol- und Drogeneskapaden der Vergangenheit an, dass es ihm besser geht. «Ich habe drei Jahre geschlafen und brauchte die Zeit für mich. Aber jetzt ist mein Hirn wieder klar, mein Körper ist fit. Ich habe einige Ideen und kann beim nächsten Mal mehr erzählen», sagte Deutschlands einziger Sieger der Tour de France.

Hitzige Duelle zwischen Armstrong und Ullrich

Er habe gute Freunde um sich herum, trinke nur noch Wasser, seine Freundin koche gesundes Essen. «Gute Freunde haben mich ins Leben zurückgeholt und ich bin wieder glücklich», sagte der 47-Jährige. Der drei Jahre ältere Armstrong meinte: «Wir sind alle durch beschissene Zeiten gegangen, alle auf unterschiedliche Art und Weise. Aber das Wichtigste ist: Wir sind hier.»

Armstrong und Ullrich hatten sich Anfang der 2000er Jahre legendäre Duelle bei der Tour de France geliefert, aus denen stets Armstrong als Sieger hervorging. Nur im Jahr 2003 hatte Ullrich eine reelle Chance, den Texaner zu besiegen, stürzte allerdings im verregneten letzten Zeitfahren. Armstrong wurden später wegen Dopings alle sieben Tour-Siege aberkannt und nicht neu vergeben, Ullrich steht noch immer in den Ergebnislisten.

Allerdings war Ullrich 2006 kurz vor dem Start der Tour aus dem Rennen genommen worden, weil er neben weiteren Topstars als Kunde des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes enttarnt worden war. Dann folgte der Absturz. «Ich habe nach all dem Scheiss vor 15 Jahren vergessen, was gut für mich ist», sagte Ullrich. «Radfahren ist gut und mit meinen Freunden, meinen Kindern und meiner Familie zusammen zu sein, das ist gut für mich. All das habe ich vergessen, und das war mein Problem.»

Streit mit Til Schweiger eskalierte

Im Herbst 2018 hatte Ullrich in einem Statement Drogenprobleme eingeräumt und unterzog sich nach eigenen Angaben einer Behandlung. Wenige Wochen zuvor war Ullrich nach einem Streit auf Mallorca mit seinem damaligen Nachbarn, dem Schauspieler und Regisseur Til Schweiger, vorübergehend in Gewahrsam genommen worden.

Dass die Rivalität noch nicht ganz vorbei ist, offenbarte Bruyneel. «Jan war einen Tag früher hier und hat mich gefragt, wie er Lance ein bisschen ärgern könnte. Ich habe ihm gesagt, fahre gleich am ersten Tag Vollgas, wenn Lance noch unter Jetlag leidet», sagte der Belgier in der dauerheiteren Runde. Armstrong richtet auf Mallorca ein einwöchiges Radcamp für wohlhabende Kunden aus.

Ullrich wollte die Einladung erst ausschlagen, liess sich dann jedoch überzeugen – und trainierte fünf Wochen nahezu täglich. «Ich dachte, meine Zellen hätten alles vergessen. Aber Gott hat mir diesen Körper und dieses Talent gegeben. Und dann bin ich eben so: Vollgas oder nichts», sagte der gebürtige Rostocker.

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(dpa/ape)

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