20 Opfer: War Raucher schuld am Bus-Inferno?
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20 OpferWar Raucher schuld am Bus-Inferno?

Beim Brand eines Reisebusses bei Hannover sind mindestens 20 überwiegend ältere Menschen ums Leben gekommen. Viele davon waren gehbehindert. Die Toilette gilt inzwischen als Brandherd. Möglicherweise löste ein heimnlicher Raucher die Katastrophe aus.

Bei dem Flammen-Inferno kamen mindestens 20 Senioren ums Leben. Einige Opfer waren offenbar gehbehindert. Laut Augenzeugen wurden im Bus verschiedene Gehgestelle mitgeführt. Zwölf Fahrgäste im Alter zwischen 45 und 80 Jahren wurden mit teils schwersten Verbrennungen in die Universitätsklinik Hannover gebracht.

Der ausgebrannte Bus wurde von der Polizei zunächst abgedeckt. Die Bergung der Toten war nicht möglich. Deshalb wurde das Fahrzeug mitsamt den toten Insassen in nach Hannover gebracht, wie ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen erklärte.

Die Leichen sind noch nicht identifiziert. Erst bei Tageslicht sollen die Leichen aus dem ausgebrannten Wrack geborgen und von Gerichtsmedizinern obduziert werden.

Heimlicher Raucher auf dem Klo?

Der Bus war nach Angaben der Busfirma Mommeyer in Hannover mit 39 vor allem älteren Fahrgästen und dem Fahrer besetzt, der Polizeisprecher sprach von 33 Insassen. Der Bus kam nach Polizeiangaben von einem Ausflugslokal bei Coesfeld im Münsterland.

Polizeisprecher Stefan Wittke sagte der Nachrichtenagentur AP, nach Augenzeugenberichten sei aus der Bordtoilette Qualm gekommen, nachdem ein Fahrgast dort gewesen sei. Die Tür sei geöffnet worden, und es habe eine explosionsartige Stichflamme gegeben. Möglicherweise hatte ein Passagier heimlich geraucht. Das Feuer habe sich sehr schnell im gesamten Bus ausgebreitet. So sei auch die hohe Zahl der Toten zu erklären.

«Sie hatten keine Chance»

«Passagiere, die in der Nähe der Türen sassen, konnten von selbst ins Freie gelangen. Die anderen hatten keine Chance», sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister von Garbsen, Claus Röhrbein, der nach eigenen Angaben nur wenige Minuten nach dem Alarm an der Unglücksstelle eintraf. Die Feuerwehr habe niemanden mehr aus dem brennenden Fahrzeug retten können. Ein Sprecher des Lagezentrums im niedersächsischen Innenministerium sagte: «Die Leute sind wohl nicht schnell genug rausgekommen.»

Röhrbein sagte weiter, der Bus habe bei seinem Eintreffen schon in voller Länge gebrannt. Verletzte hätten auf dem Standstreifen gelegen, andere an der Leitplanke gelehnt. Einige seien von Autofahrern erstversorgt worden.

Die Ermittler interessiert besonders, warum sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte und die Sitze in Windeseile entflammten. Das Unglück ereignete sich kurz nach 20.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Garbsen und Herrenhausen. Noch am späten Abend war die A2 in Fahrtrichtung Berlin voll gesperrt. Von den Verletzten erlitten drei schwerste Brandverletzungen, die übrigen leichte Verletzungen oder Schocks.

$$VIDEO$$ (dapd)

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