Aktualisiert 19.06.2015 08:35

MinusgradeWar's das etwa schon mit dem Sommer?

Zum kalendarischen Sommeranfang wird es sehr ungemütlich. Zumindest draußen.

von
Christa Roth
Besser wird es in den Tagen nicht.

Besser wird es in den Tagen nicht.

In den kommenden Tagen soll es statt laue Sommerabende frostige Nächte geben. In den Alpen könnte es sogar schneien. Dabei machten die letzten Wochen doch so richtig Lust aufs schöne Wetter. War es das also bereits mit dem Sommer für dieses Jahr?

Milde Tagen kommen laut den Meteorologen sicher wieder. Aber so richtig sommerlich heiß wird es so schnell nicht mehr. Obwohl am Sonntag offiziell der Sommer beginnt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) formuliert es ein wenig umständlich: «Betrachtet man die neuesten Ergebnisse des saisonalen Vorhersagemodells der Juniausgabe, so ist die Klasse warm mit Wahrscheinlichkeiten von etwas über 50 Prozent erneut am stärksten besetzt.» Das könnte auch für den Juli gelten.

Eher kein kühler Sommer

Unter warm verstehen die Meteorologen Temperaturen um die 20 Grad. Bei Lufttemperaturen zwischen 20 bis 25 Grad wird auch von «Wohlfühltemperatur» gesprochen. Als heiß gelten dagegen eher Temperaturen um die 30 Grad.

Der Jahreszeittrend des DWD macht jedoch Hoffnung: Die Wahrscheinlichkeit für einen «kühlen» Sommer liegt demnach aktuell bei nicht einmal 20 Prozent.

Wetter war schon immer ein Thema

Alles nur heiße Luft, werden Skeptiker denken und anfügen, dass Meteorologen eh meistens falsch liegen. Das war früher nicht anders: Schon die Babylonier und die alten Ägypter versuchten mit Wettersprüchen, die mit unseren Bauernregeln vergleichbar sind und durch reines Beobachten und Erklären zustande kamen, das Wetter vorherzusagen.

Denn das Wetter bestimmte das Leben der Menschen früher noch viel mehr als heute. 2010 haben Forscher herausgefunden, dass es sehr wahrscheinlich einen Zusammenhang zwischen dem Wetter und der Kulturgeschichte Europas gibt.

Das Jahr ohne Sommer

Historische Epochen lassen sich demnach in Klimazyklen fassen: Die Blütezeit des Römischen Reiches und des Deutschen Reiches fielen in Warmzeiten, sVölkerwanderungen, die Pest und der Dreißigjährige Krieg geschahen in Zeiten rauen Klimas.

Kein Wunder, beteten die Menschen früher für gutes Wetter oder opferten Tiere. Heute ist das viel moderner: Der DWD warnt mit einer App vor Wettergefahren. Wem das als Smalltalk-Thema nicht reicht, kann sich auch noch über «Achtzehnhundertunderfroren» austauschen: Denn 1816 ging in die Geschichte ein als das Jahr ohne Sommer.

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