Aktualisiert 17.06.2011 07:02

Tiefer Euro

«Ware wird einfach nicht angemeldet»

Wegen des tiefen Euros fahren die Schweizer nun auch aus dem Mittelland zum Euroshoppen. Doch dabei kann einiges schiefgehen.

von
Marcel Amrein

Herr Pavel, worauf muss ich achten, wenn ich vom Einkauf im Ausland zurückkehre?

Walter Pavel*: Pro Person und Tag dürfen Sie Waren für 300 Franken abgabenfrei einführen. Für einige Waren – Tabak, alkoholische Getränke und bestimmte Landwirtschaftsprodukte – gelten jedoch besondere Höchstmengen.

Gibt es Missverständnisse, die regelmässig vorkommen?

Ja, so kann man zum Beispiel eine einzelne Ware nicht auf mehrere Personen aufteilen. Wenn etwa ein Computer mehr als 300 Franken kostet, darf man dafür nicht die Freigrenzen der Mitreisenden hinzurechnen.

Welches sind die beliebtesten

Schmuggeltricks der Einkaufstouristen?

Die Ware wird einfach nicht angemeldet. Die Einkaufstouristen sind nicht so kreativ wie etwa die Drogenschmuggler, die sich die unmöglichsten Verstecke ausdenken.

Kontrollieren Sie die Euroshopper nun schärfer?

Nein, wir führen nicht mehr Kontrollen durch. Es geht uns auch gar nicht darum, möglichst viele Leute zu kontrollieren. Statt beim einfachen Einkaufstouristen setzen wir unsere Ressourcen vielmehr beim grossen, gewerbsmässig organisierten Schmuggel ein. Da geht es nicht selten um Millionenbeträge – und um die Gesundheit der Konsumenten.

Wie entscheidet ein Grenzwächter, welche Personen er kontrollieren will?

Es spielen vor allem Ausbildung und Erfahrung eine Rolle – und manchmal auch die Intuition.

*Walter Pavel ist Kommunikationschef der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Einkaufstourismus immer beliebter

Wie beliebt der Einkauf im Euroland bei den Schweizern zurzeit ist, zeigen die Formulare zur Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer: Gemäss Markus Ückert vom Hauptzollamt Lörrach wurden im ersten Quartal 2011 in seinem Grenzabschnitt 801 000 solcher Formulare bearbeitet, im Vergleich zu den 656 000 Formularen im Vorjahresquartal. Auch das Grenzwachtkommando Basel teilt mit, dass der Einkaufstourismus in seiner Region spürbar zugenommen habe.

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