Ibiza-Skandal: Waren beim Treffen auch Sex und Kokain im Spiel?

Aktualisiert

Ibiza-SkandalWaren beim Treffen auch Sex und Kokain im Spiel?

Neue Recherchen enttarnen jenen Mann, der im Ibiza-Skandal als Drahtzieher fungiert haben dürfte. Ausserdem soll es beim Treffen auch um Sex und Drogen gegangen sein.

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heute.at/vro
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Drei Monate vor der Parlamentswahl 2017 traf sich FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus auf Ibiza mit einer anonym gebliebenen Frau.

Drei Monate vor der Parlamentswahl 2017 traf sich FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit dem damaligen Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus auf Ibiza mit einer anonym gebliebenen Frau.

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Sie stellte sich bei den beiden als Nichte eines reichen russischen Oligarchen vor. Von diesem Treffen wurde ein geheimes Video aufgenommen.

Sie stellte sich bei den beiden als Nichte eines reichen russischen Oligarchen vor. Von diesem Treffen wurde ein geheimes Video aufgenommen.

Screenshot Spiegel/SZ
Bei der Frau handelte es sich um einen Lockvogel. Die Aufnahmen bringen den Vizekanzler nun in Bedrängnis, denn die Aussagen haben es in sich.

Bei der Frau handelte es sich um einen Lockvogel. Die Aufnahmen bringen den Vizekanzler nun in Bedrängnis, denn die Aussagen haben es in sich.

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Das Rätselraten um die Drahtzieher des Video-Aufregers aus Ibiza hat offenbar ein Ende. Die Spur der Kontaktpersonen von Johann Gudenus führt von Wien in die deutsche Detektiv-Szene. Lösungsansatz soll ein Hinweis von Gudenus selbst auf den Wiener Rechtsanwalt M.* gewesen sein. Dieser soll schon in den vergangenen Jahren belastendes Material gegen die FPÖ zum Kauf angeboten haben – vergeblich.

Von Anwalt M. laufen die Fäden zu den österreichisch-bayerischen «Sicherheitsberatern» Sascha W.* und Julian H.* weiter. Letzterer sass bei den Videos neben der angeblichen Oligarchen-Nichte und ist wegen einer Vorstrafe und Betriebsspionage polizeibekannt, wie Recherchen von Heute.at ergaben.

Inszenierung soll 600'000 Euro gekostet haben

Von wem der tatsächliche Auftrag zur Video-Falle kam, ist jedoch offen. Sascha W. vermutet politische Auftraggeber. An Geld für den Tatplan mangelte es offenbar nicht. W. nennt einen Betrag von rund 600'000 Euro für die Inszenierung.

Sascha W. gibt an, mit der Produktion des Videos nichts zu tun zu haben, aber die Handschrift seines Ex-Mitarbeiters H. zu erkennen. Dieser habe das Video zunächst für über eine Million verkaufen wollen, sei damit aber gescheitert. Dann fand das Video – wohl über den tatsächlichen Auftraggeber – den Weg in deutsche Medien.

«So sind Österreichs Detektive nicht!»

Der Österreichische Detektiv-Verband (ÖDV) teilte am Donnerstag mit, dass das «Gewerbe der Berufsdetektive in Österreich ein reglementiertes Gewerbe mit besonderen Zugangsvoraussetzungen» sei. «Das bedeutet einerseits, dass eine fachliche Befähigung und andererseits ein einwandfreier Leumund nachgewiesen werden müssen, um als Berufsdetektiv tätig werden zu können.» Es sei nicht üblich, dass Personen innerhalb des Teams vorbestraft seien.

Zum Vorgehen, das H. mutmasslich begangen hat, erklärt der Verband: «So sind Österreichs Detektive nicht!» Strache und Gudenus seien «aktiv in eine Falle gelockt und möglicherweise auch vorsätzlich in einen enthemmten Zustand versetzt» worden. Das widerspreche dem Grundsatz.

Gab es beim Treffen Koks und Sex?

Währenddessen wurden neue Details zum Video bekannt. Die könnten gerade für Gudenus und Strache verhängnisvoll werden, berichtet oe24.at. In den letzten, noch unveröffentlichten 60 Minuten des Videos soll es um «Koks, Sex und wilde Partys» gegangen sein, sagen Insider gegenüber dem Portal. Gudenus' Frau war da bereits nicht mehr anwesend. Für sie war zuvor ein Taxi gerufen worden.

In einem Interview mit oe24 sprach W. davon, dass die angebliche Oligarchen-Nichte wohl aus dem Rotlichtbereich stamme. «Das sind semi-professionelle Halb-Prostituierte», sagt er. H. und M. seien in der Szene gut vernetzt.

Video: Youtube/FALTER

*Namen der Redaktion bekannt

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