16.10.2020 04:56

Die neuen «Tatort»-Kommissarinnen im Interview«Waren wir in einem früheren Leben Schwestern?»

Das Zürcher «Tatort»-Team nimmt am Sonntag seinen Dienst auf. Die neuen Ermittlerinnen Carol Schuler und Anna Pieri Zuercher über die Geschlechterdiskussion, Erwartungsdruck und ihr inniges Verhältnis.

von
Katja Fischer
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Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler sind das neuer «Tatort»-Ermittlungsduo in Zürich. 

Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler sind das neuer «Tatort»-Ermittlungsduo in Zürich.

SRF/Sava Hlavacek
Die zwei ungleichen Kommissarinnen müssen sich für die Lösung eines Mordfalles zusammenraufen. 

Die zwei ungleichen Kommissarinnen müssen sich für die Lösung eines Mordfalles zusammenraufen.

SRF/Sava Hlavacek
Privat verstehen sich die beiden Frauen dagegen blendend. 

Privat verstehen sich die beiden Frauen dagegen blendend.

SRF/Sava Hlavacek

Darum gehts

  • Am Sonntag gibts den ersten «Tatort» aus Zürich: Die neuen Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean lösen zusammen den ersten Kriminalfall.

  • Während sich Carol Schuler (33) und Anna Pieri Zuercher (41) in der Auftaktfolge «Züri brännt» nicht ausstehen können, haben sie sich hinter den Kulissen sofort ins Herz geschlossen.

  • Wir haben die Schauspielerinnen zum Interview getroffen und zum Harmonie-Quiz gebeten.

Ganz ehrlich: Sitzt ihr jeden Sonntag vor dem TV und schaut euch den «Tatort» an?

Anna Pieri Zuercher: Mein Vater schon, und meine Schwester ist ein riesiger Fan. Aber ich selbst habe vorher nie «Tatort» geschaut, auch wenn ich süchtig nach Serien bin. Inzwischen liebe ich auch den «Tatort» sehr.

Carol Schuler: In meiner Familie versammelte man sich nie vor dem Fernseher, um gemeinsam «Tatort» zu schauen. Als ich in Berlin in einer WG lebte, gabs dieses Ritual aber tatsächlich. Wenn ich da war, guckte ich mit. Aber ganz ehrlich: Ich habe mich erst mit dieser Rolle in das Universum eingelebt.

Der erste Schweizer «Tatort» aus Zürich startet mit hohen Erwartungen. Spürt ihr einen Druck?

Schuler: Man überlegt sich im Vorfeld schon, ob man sich den Erwartungshaltungen aussetzen will. Doch am Ende wollen wir einfach gute Episoden machen. Das Schöne am «Tatort» ist, dass man ihn über Jahre weiterentwickeln kann.

Apropos Weiterentwicklung: Im Schweizer Ermittlungsteam arbeiten erstmals zwei Frauen.

Schuler: Mich wundert, dass das bei der Bekanntgabe so ein grosses Thema war. Anscheinend ist die Rolle des Kommissars in den Köpfen immer noch ein älterer Herr. Für uns war das Geschlecht nie Thema, wir wollen einfach interessante Charaktere spielen.

Ihr habt euch nie gefragt, ob eine Frau anders ermittelt als ein Mann?

Zuercher: Nein. Das war nie ein Diskussionspunkt. Ich weiss auch nicht, wie Männer ermitteln.

Schuler: Bei den Vorbereitungen hatten wir Kontakt mit der Kantonspolizei. In der Realität sind Frauen bei der Polizei nichts besonderes mehr. In der Fiktion offenbar schon.

Habt ihr euch bei den Vorbereitungen an anderen TV-Kommissarinnen orientiert?

Zuercher: Ja, an den Kommissarinnen von «Unbelievable». Die Netflix-Serie hat uns sehr geholfen.

Schuler: Die zwei haben eine ähnliche Dynamik wie wir.

Das Verhältnis zwischen den Kommissarinnen Tessa und Isabelle ist zu Beginn eisig. Wie wars abseits der Kameras?

Schuler: Das absolute Gegenteil. Schon als Anna beim Casting zur Tür reinkam, hat es bei mir gefunkt. Ich wusste: Das passt, die Energie zwischen uns stimmt. Es war, als ob wir uns schon länger kennen würden.

Zuercher: Genau dieses Gefühl hatte ich auch. Waren wir in einem früheren Leben Schwestern oder beste Freundinnen? Da war diese Chemie zwischen uns, die sofort passte.

Schuler: Und beim Spielen sowieso. Es funktionierte auf Anhieb.

Zuercher: Aber wir lachen zu viel. Das war manchmal ein Problem auf dem Set. (muss laut lachen)

Was mögt ihr denn so aneinander?

Schuler: Anna ist so positiv, konstruktiv und stellt sich selbst nie in den Vordergrund. Wiederum ist sie jemand, der sagt, wenn ihr etwas nicht passt. Das liebe ich sehr.

Zuercher: Alles, was Carol macht, macht sie so gut! Sie kann schauspielern, singen, alles… Sie gibt immer ihr Bestes und pusht mich selbst zu Höchstleistungen. Und ich liebe ihren Humor.

Wenn ihr so ein eingespieltes Duo seid – machen wir doch ein kleines Harmonie-Quiz. Wer schiesst schärfer?

Zuercher: Mit der Waffe? Ganz klar ich!

Schuler: Da gebe ich mich geschlagen.

Und verbal?

Zuercher: Okay, da sind wir beide stark.

Schuler: Da sind wir auf Augenhöhe.

Wer kennt Zürich besser?

Zuercher: Carol. Ich bin in Zürich immer so verloren.

Wer ist die grössere Verbrecherin?

(Zuercher zeigt wieder auf Schuler und lacht laut)

Schuler: No comment.

Zuercher: Nächste Frage.

Wer vergisst seinen Text öfter?

Zuercher: Wir sind beide ziemlich gut.

Schuler: Stimmt, wir haben selten Textprobleme. Wir beide sind Streber und bereiten uns gut vor.

Wer ist früher am Set?

Zuercher: Ich. Immer.

Schuler: Ich kann nichts dafür! Du musst immer vor mir in die Maske.

Zuercher: Hast du das eigentlich in deinem Vertrag so festgehalten?

Wer ist schneller am Catering-Büffet?

Zuercher: Es ist so stressig am Set, da denken wir selten ans Essen.

Schuler: Meistens gehen wir dann zusammen. Anna erinnert mich auch immer wieder gerne ans Essen, sonst würde ich das zwischendurch vor lauter Ermitteln wohl vergessen.

«Tatort – Züri brännt» läuft am Sonntag, 18. Oktober, ab 20.05 Uhr auf SRF 1.

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20 Kommentare
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TrudI

16.10.2020, 08:52

finanziert mit zwangst gebühren , somit keine Interesse

Sorry

16.10.2020, 08:36

2 hübschere Frauen gab es leider beim C&A nicht.

Tatort

16.10.2020, 08:34

Ich vermisse die anderen Schweizer Tatorte, Kreuzlingen/Konstanz und Luzern. Den neuen schaue ich nicht.