Bombendrohung in St. Gallen: Waren zwei Täter am Werk?
Aktualisiert

Bombendrohung in St. GallenWaren zwei Täter am Werk?

Mitten im Feierabendverkehr legte am Dienstag eine Bombendrohung den St. Galler Bahnhof lahm. Bei der Polizei gingen zwei Drohungen ein. Jetzt hofft sie auf die Tonbandaufnahmen.

von
meg

Evakuierung des gesamten Bahnhofs, Zugausfälle, Chaos: Die Aufregung nach dem Bombenalarm im Bahnhof St. Gallen gestern Dienstag war gross. Jetzt sucht die Polizei fieberhaft nach dem oder den Tätern. Und sie hat wichtige Beweisstücke: Zwei Tonbandaufnahmen der Täterschaft.

Dienstag, 19. Mai, 15:18 Uhr: Von der Telefonkabine an der Ecke Multergasse/Oberer Graben ruft ein Mann an und spricht die erste Drohung aus: «In einer halben Stunde geht im Bahnhof St. Gallen eine Bombe hoch», meldet die Stimme, wie Polizeisprecher Hanspeter Krüsi zu 20 Minuten Online sagt. «Die Stimme hatte einen leichten ausländischen Akzent. Nach der Drohung hat der Mann sofort den Hörer aufgelegt», so Krüsi weiter.

Zwei Anrufe, zwei Dialekte

Es vergehen sieben Minuten. Dann geht die nächste Drohung ein. Um 15:25 Uhr meldet sich vom öffentlichen Telefon bei der Hauptpost in St. Gallen erneut eine Männerstimme: «Auf dem Perron 2 liegt ein verdächtiger Gegenstand, eine Tasche, die niemand gehört», meldet die anonyme Person. «Diesmal sprach der Mann mit Bündnerdialekt», sagt Krüsi. Eine solche Tasche wurde nie gefunden.

Waren zwei Bombendroher am Werk? Die Polizei kann dies nicht ausschliessen, aber: «Es ist auch durchaus möglich, dass es sich um dieselbe Person handelt und er die Stimme am Telefon verstellt hat», sagt Krüsi.

Klar ist: Die beiden Telefonkabinen liegen wenige Fussminuten voneinander entfernt. Die Distanz ist in sieben Minuten locker zu schaffen. Die Polizei hofft, dass sie mit den Tonbandaufnahmen den anonymen Bombendrohern auf die Spur kommt. Die Tonspur wird nun intern geprüft. «Wir hoffen, dass intern jemand die Stimmen kennt.» Falls keine Hinweise eingehen, will die Polizei neue Wege gehen. «Dann werden wir die Tonspur veröffentlichen», sagt Krüsi zu 20 Minuten Online.

So werden Sie Leser-Reporter

2020, Orange-Kunden an 079 375 87 39 (70 Rappen pro MMS).

E-Mail an .

Auch via iPhone und Web-Upload können Sie die Beiträge schicken. Wie es geht, erfahren Sie .

Für einen Abdruck in der Zeitung erhalten Sie bis zu 100 CHF.

Deine Meinung