Aktualisiert 11.01.2010 18:14

Vampire Weekend - «Contra»

Warmer Afropop zum Zweiten

Mit ihrem umjubelten Debüt holten Vampire Weekend vor knapp zwei Jahren ­Afropop aus der nach Patschuli miefenden Ethnoecke und machten kongolesische Trommeln und marokkanische Zimbeln auch in den hippsten Clubs endgültig salonfähig.

von
Marlies Seifert

Auf ihrem Nachfolger «Contra» bedienen sich die vier smarten Elite-Uni-Absolventen wieder der erprobten Fusion aus Indie-Rock, südländischen Klängen, exotischen Rhythmen und kammermusikalischen Farbtupfern. Wie gewohnt hüpft, wirbelt, plirrt und schwingt es wohltemperiert durch die Gehörgänge.

Geografisch wird die kunterbunte Soundcollage um karibische Reggaeton-Verschnitte und groovige Dancehall-Beats erweitert. In «I Think Ur a Contra» zeigen die vier New Yorker darüber hinaus erstmals ihre balladeske Seite.

Neu sind auch die elektronischen Spielereien auf «Contra». Keyboarder und musikalisches Mastermind Rostam Batmanglij bringt die Synthies zum Fiepen und lässt in «California English» dem aktuellen Anti-Autotune-Trend zum Trotz Sänger Ezra Koenigs hohen Sopran schwingen. Mit dem Sample in «Diplomat's Son» wird schliesslich sogar die Mutter der Weltmusik 2.0. zitiert: M.I.A.

Das adrette Quartett aus New York macht auf «Contra» das, was eine Band mit ihrem zweiten Album anstellen sollte: Altbewährtes weiterdenken, ohne sich im Kreis zu drehen.

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