Warmes Wetter bremst Vogelgrippe

Aktualisiert

Warmes Wetter bremst Vogelgrippe

Durch die warmen Tempertaren kommen weniger Wasservögel zum Überwintern in die Schweiz und die Gefahr ist kleiner, dass das Vogelgrippevirus eingeschleppt wird. Gleichzeitig erschwert dies aber die Überwachung des Virus.

Bei den herrschenden frühlingshaften Verhältnissen fänden die Tiere genügend Futter. Tote Vögel, die auf das Virus getestet werden könnten, seien deshalb im Moment selten, sagte Marcel Falk, Sprecher des Bundesamtes für Veterinärwesen, zu einen Bericht von Radio DRS vom Donnerstag.

Im Moment sei es auch schwierig, lebende Vögel für Tests einzufangen, fügte Falk an. In die dafür aufgestellten und mit Köder ausgerüsteten Reusen etwa auf dem Bodensee und dem Sempachersee schwimmen weniger Vögel als erwartet, weil sie «einfach rundherum genug Futter finden.»

Grund zur Sorge besteht laut Falk aber nicht. «Das Überwachungsprogramm besteht aus drei Teilen. Teil eins und zwei ist die Untersuchung der toten und der in den Reusen gefangenen lebenden Tiere. Der dritte Teil ist die Wasservogeljagd.»

Zur Zeit kämen die meisten Proben aus der Jagd, da diese wetterunabhängig sei, sagte Falk. Insgesamt sei die Überwachung durchs Klima demnach nicht gefährdet, sondern werde lediglich verlangsamt.

Das Überwachungsprogramm läuft seit Oktober des letzten Jahres. Bis Donnerstag wurden insgesamt 300 Wasservögel getestet. Bei keinem sei das Vogelgrippevirus H5N1 gefunden worden, sagte Falk.

Stallpflicht bleibt

Dennoch, von einer Entwarnung oder einer Lockerung der momentan geltenden Stallpflicht für Geflügel will Falk nichts wissen. «Es können auch bei warmen Temperaturen Fälle auftreten.» Und komme dann noch ein Kälteeinbruch, könne die Verbreitung des Vogelgrippevirus plötzlich sehr schnell gehen.

«Wir können erst im März richtig abschätzen, wie sich der Winter entwickelt und wie sich auch die Vogelgrippesituation in dieser Periode jetzt entwickelt», sagte Falk.

(sda)

Deine Meinung