Vorwürfe gegen Blatter: Warner kündigt erneut «Fussball-Tsunami» an
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Vorwürfe gegen BlatterWarner kündigt erneut «Fussball-Tsunami» an

Ein paar Monate war es ruhig um ihn, nun poltert er wieder: Ex-Vizepräsident Jack Warner will - einmal mehr - Beweise vorlegen, dass Sepp Blatter sich die Fifa-Präsidentschaft 1998 und 2002 erkauft hat.

von
mon
Jack Warner bei einer Pressekonferenz im Juni 2011, kurz nach seiner Suspendierung.

Jack Warner bei einer Pressekonferenz im Juni 2011, kurz nach seiner Suspendierung.

Schon mehrfach hat Jack Warner handfeste Beweise angekündigt, die Fifa-Präsident Sepp Blatter der Korruption überführen sollen. Herausgekommen ist bisher nur heisse Luft. In bester Erinnerung ist noch die Ende Mai in Zürich kurzfristig einberufene Pressekonferenz des damals suspendierten Fifa-Funktionärs aus Trinidad und Tobago kurz vor der Wiederwahl Blatters, als Warner Journalisten aus aller Welt narrte und nicht erschien (20 Minuten Online berichtete). Zuvor hatte er grossspurig angekündigt: «In den kommenden zwei Tagen werden Sie einen Fussball-Tsunami erleben, der die Fifa und die Welt erfassen wird, und das wird Sie schockieren.» Mehr als ein Sturm im Wasserglas war es in der Folge aber nicht.

Nun will Warner offenbar den Fussball-Tsunami doch noch lostreten. Gemäss «n-tv.de» will der mittlerweile zurückgetretene Funktionär kurz vor der Sitzung des neu formierten Fifa-Exekutivkomitees, das am Donnerstag und am Freitag tagt, nun doch noch die Beweise für Blatters Korruptheit nachliefern. Der Mann aus Trinidad und Tobago will darlegen, dass der Schweizer Fifa-Präsident ihn und Ex-Präsidentschaftskandidat Mohamed Bin Hammam benutzt hat, um vor den Wahlen 1998 und 2002 wahlberechtigten Fifa-Funktionären Geschenke anzubieten. Unter den Bestochenen soll sich auch Petrus Damaseb befinden, der heute in der Fifa-Ethikkommission sitzt.

Die Wahrheit wird den Leuten «die Mägen umdrehen»

«Die Wahrheit ist, dass es viel zu sagen gibt darüber, wie die Fifa ihre Geschäfte führt. Ich habe in der Vergangenheit einen Tsunami angekündigt, der die Fifa treffen wird, und dieser wird kommen», schrieb Warner in einem Brief, der der Zeitung «Trinidad Guardian» vorliegt. «All die wahren Geschenke, die Blatter gemacht hat, um seine beiden Wahlen zu sichern, werden den Leuten die Mägen umdrehen.»

Warner und Bin Hammam galten lange Zeit als treue Gefährten Blatters. Bei der Präsidentschaftswahl 2011 trat Letzterer dann gegen den Schweizer an. Doch bevor es zum Duell kam, wurde der Katarer wegen Korruption suspendiert. Später verhängte die Fifa-Ethikkomission unter der Leitung von Petrus Damaseb dann einen lebenslangen Ausschluss gegen Bin Hammam. Auch Jack Warner wurde von der Fifa Ende Mai suspendiert. Er soll gemeinsam mit Bin Hammam Geldgeschenke verteilt haben. Der ehemalige Vize-Präsident trat im Juni von seinen Ämtern im Weltverband zurück und kam so einem Ausschluss zuvor.

Wird Warner von der Fifa schikaniert?

Dass Warner immer noch ein Interesse daran hat, die Vorgänge in der Fifa aufzudecken, liegt wohl daran, dass er laut eigener Aussage seit seinem Rücktritt vom Weltverband schikaniert wird. «Die Fifa hat versucht mich mit einer weltweiten Sperre zum Schweigen zu bringen. Sie haben gesagt, dass sie das Fifa-Entwicklungszentrum in Trinidad Ende Jahr schliessen werden. Sie haben angekündigt, dass sie den bis 2012 laufenden Vertrag meines Sohns Ende dieses Jahres kündigen werden. Sie haben die TV-Rechte für die WM zurückgenommen - etwas, worin das letzte Wort noch nicht gesprochen ist», so der 68-Jährige im britischen «Guardian». «Sie weigern sich, mir meine Rente zu zahlen. Sie versuchen, mich mit der Veröffentlichung von Videos in die Knie zu zwingen. Aber niemals, ich wiederhole, niemals werde ich das zulassen - egal welche Konsequenzen dies nach sich zieht.»

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