Aktualisiert 11.10.2005 15:24

Warnstreik: Denner will GAV verhandeln

Die rund 150 Angestellten des künftigen Denner-Verteilzentrums in Egerkingen haben mit dem Warnstreik einen Teilerfolg errungen.

Denner-Chef Philippe Gaydoul hat gemäss der Gewerkschaft Unia Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Beschäftigten des Verteilzentrums in Egerkingen im Kanton Solothurn zugesichert. Gaydoul habe die Zusicherung bei der Entgegennahme einer Petition abgegeben, berichtete die Unia am Dienstag.

Zuvor waren in Egerkingen ein Warnstreik und anschliessend ein Demonstrationszug durchgeführt worden, an denen mehr als 150 Beschäftigte teilnahmen, wie die Unia mitteilte. Gaydoul habe der Belegschaft des Verteilzentrums, das der Denner-Konzern zusammen mit der Pick-Pay-Kette vom deutschen Rewe-Konzern übernimmt, versichert, Denner sei bereit, die Unia als Sozialpartnerin zu akzeptieren und so rasch als möglich konkrete Verhandlungen aufzunehmen. Er habe auch versprochen, sich persönlich für die Erhaltung der Arbeitsplätze in Egerkingen einzusetzen.

Die Unia sprach von einem Meilenstein, da sich Denner erstmals zu einer Sozialpartnerschaft mit der Unia bekannt habe. Bei den in den kommenden Wochen und Monaten anstehenden Verhandlungen gehe es aus Sicht der Unia vor allem darum, Entlassungen zu vermeiden, heisst es in der Mitteilung. Die Unia hatte bereits mit Rewe einen GAV geschlossen. In der Petition wurde Denner unter anderem auch aufgefordert, die Angebote zur Rettung des Standortes und der Arbeitsplätze in Egerkingen ernsthaft zu prüfen, vor allem jene der Post. Nach der Übernahme des ehemaligen Rewe/Usego-Verteilzentrums durch Denner war befürchtet worden, 200 Beschäftigte stünden vor der Entlassung.

Nach der Übernahme des Zentrums durch Denner fordern sie die Weiterführung des Gesamtarbeitsvertrags.

Ihre Forderungen überreichten die Mitarbeitenden in der Form einer Petition an Denner-Chef Philippe Gaydoul, wie die Gewerkschaft Unia mitteilte.

Die Angestellten fordern, dass Denner den Gesamtarbeitsvertrag langfristig übernimmt, den die Gewerkschaft wenige Monate vor dem Übernahme des Verteilzentrums durch Denner mit dem deutschen Handelskonzern Rewe ausgehandelt hatte.

Gefordert wird zudem, das Denner Unia als Sozialpartnerin anerkennt und ernsthaft die Angebote zur Rettung der Arbeitsplätze in Egerkingen prüft, unter anderem solche der Post.

Gaydoul habe die Petition entgegengenommen, die Forderungen würden sorgfältig geprüft. Ziel sei, eine gute Lösung für alle Beteiligten zu erarbeiten, sagte Denner-Sprecherin Anita Daeppen auf Anfrage.

Der deutsche Rewe-Konzern hatte Anfang September den Verkauf aller 146 Pick-Pay-Filiallen mit 1100 Angestellten sowie des Verteilzentrums in Egerkingen an Denner angekündigt.

In Egerkingen und am Rewe-Sitz in Volketswil ZH sind insgesamt 250 Stellen vom Abbau bedroht. Die Übernahme erfolgt vorbehältlich der Genehmigung durch die Wettwewerbskommission auf den 1. November.

(sda)

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