Aktualisiert 14.11.2011 09:29

Groupon & DailydealWarnung vor falschen Schnäppchen

Auf Rabatt-Plattformen rechnet man mit heissen Deals. Doch Konsumentenschützer warnen: Die Sonderangebote sind oft gar keine.

von
ahi
Unfaire Angebote auf Rabatt-Plattformen

Unfaire Angebote auf Rabatt-Plattformen

Ob Thai-Massagen, Brustvergrösserungen oder Sonntags-Brunches: Auf Gruppenrabatt-Plattformen wird mit supergünstigen Angeboten geworben. Bei vielen denkt man sich: So billig kann das doch gar nicht sein!

Dass das Bauchgefühl nicht unbegründet ist, zeigt nun die Warnung der Verbraucherschützer aus dem deutschen Nordrhein-Westfalen: Bei einer Stichprobe, die 30 Gutscheine von Groupon, DailyDeal und regionalen Angeboten unter die Lupe nahm, war jedes mit ärgerlichen Einschränkungen verknüpft. Laut der Verbraucherzentrale gab es die «Deals» bei Restaurants, Cafés, Yoga- und Fitnesstrainern und Elektronikhändlern im regulären Angebot oft günstiger oder sonst zu besseren Bedingungen.

Phantastische Angebote

Ärgerlich: Um Gutscheine für ein Frühstück im Café einzulösen, muss man einen Termin vereinbaren, sonst zahlt man wie alle anderen. Ausserdem sind Wochenenden, Feiertage oder Ferien vom Angebot ausgenommen. Bei manchen Angeboten sind zudem einzelne Filialen vorgeschrieben: Nur dort kann man seine Gutscheine einlösen.

Beim Onlineshopping kamen bei jeder zweiten Bestellung noch Versandkosten dazu oder man musste für einen Mindestbetrag bestellen. Und auch bei den gesetzten Fristen waren die Anbieter wenig kulant: Wer den Termin verpasst, bekommt laut den Konsumentenschützern oft kein Geld zurück.

Günstigere Angebote abseits der Portale

Noch schlimmer: Bei den Rabatten fiel die versprochene Ersparnis deutlich geringer aus als gedacht. So etwa bei einem Yoga-Angebot, welches für 26 statt 65 Euro beworben wurde. Im Geschäft selber bekam man ein ähnliches Angebot als Kennenlern-Paket für 25 Euro.

Auch Nicht-Dienstleistungen wie Handy-Ladegeräte gab es abseits der Deal-Plattformen zum gleichen Preis oder gar günstiger. Die Verbraucherschützer geben deshalb eine klare Empfehlung für den Nachlass-Handel: «Nicht blind zuschlagen.» Denn vieles gebe es woanders zu besseren Bedingungen – und das ohne «Gutschein-Brimborium».

Fazit in Nordrhein-Westfalen: «Unschlagbar sind oft nicht die Preise, sondern die Phantasie der Gutschein-Verteiler.»

Wer steckt hinter den deutschen Verbraucherzentralen?

Die deutschen Verbraucherzentralen sind Vereine, die sich aufgrund eines staatlichen Auftrags und überwiegend ausgestattet mit Steuermitteln dem Verbraucherschutz widmen und Beratungsleistungen erbringen. Ihnen wurde der Status der Gemeinnützigkeit verliehen.

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