Warschau baut jüdisches Museum
Aktualisiert

Warschau baut jüdisches Museum

Mitten im ehemaligen Warschauer Ghetto haben der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski und Vertreter der jüdischen Gemeinde den Grundstein für ein Jüdisches Museum gelegt.

Die Erinnerung an die Geschichte der polnischen Juden biete eine wichtige Chance für eine tiefere Versöhnung der jüdischen und nicht-jüdischen Polen, sagte Kaczynski am Dienstag. An der Zeremonie nahmen auch der israelische Botschafter David Peleg, der Oberrabbiner Meir Lau aus Tel Aviv und der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker teil.

Nicht weit von dem ehemaligen Grundstück des Warschauer Judenrates hielten während der deutschen Besetzung die Züge, mit denen zahllose Juden in Vernichtungslager gebracht wurden. Neben dem Museumsgelände steht das Denkmal des Ghetto-Aufstands von 1943. Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten in Polen rund 3,3 Millionen Juden, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachten. Heute gibt es in Polen nur noch rund 30.000 Juden.

Das Museum sei auch für die jüngere Generation polnischer Juden wichtig, die sich nicht mehr an den reichen Beitrag ihrer Vorfahren zur polnischen Geschichte erinnern könnten, sagte Meir Lau. Das Gebäude wurde von den finnischen Architekten Rainer Mahlamaki und Ilmari Lahdelma entworfen und soll in zwei Jahren eröffnet werden. Die Baukosten wurden auf umgerechnet 48 Millionen Euro veranschlagt. (dapd)

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