Obama in Ägypten: Warten auf die Rede der Hoffnung

Aktualisiert

Obama in ÄgyptenWarten auf die Rede der Hoffnung

Es dürfte die Rede des Jahres werden, wenn US-Präsident Barack Obama heute in Kairo zur islamischen Welt sprechen wird. Die Rede soll einen Neuanfang in den gegenseitigen Beziehungen einleiten.

Zwischen beiden Seiten gebe es «mehrere grosse Missverständnisse», hatte Obama kurz vor Beginn seiner Nahostreise erklärt. Beratern zufolge will der US-Präsident in der Rede der Hoffnung auf ein besseres gegenseitiges Verständnis zwischen den USA und der muslimischen Welt Ausdruck verleihen, aber auch klare Worte über die Werte der Demokratie, die Frauenrechte und wirtschaftliche Chancen äussern.

In den vergangenen Tagen bemühte sich Obama, die Bedeutung der von vielen Muslimen mit Spannung erwarteten Rede etwas zu relativieren. «Eine Rede wird nicht alle Probleme im Nahen Osten lösen», sagte er in einem Interview. «Die Erwartungen sollten in gewisser Weise bescheiden sein.»

Um möglichst vielen Menschen einen Zugang zu der Rede zu ermöglichen, plant das Weisse Haus einen Live-Webcast auf seiner Internetseite. Ferner soll die Rede in 13 Sprachen übersetzt werden, und Auszüge sollten bei MySpace, Twitter und Facebook veröffentlicht werden. 20 Minuten Online wird die Rede live übertragen.

Von Ägypten nach Deutschland

Am Morgen vor der Rede hat Obama in Kairo die Bereitschaft seines Landes zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den Staaten des Nahen Ostens bekräftigt. Im Mittelpunkt eines Treffens mit seinem ägyptischen Kollegen Husni Mubarak im Kubba-Palast hätten darüber hinaus der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern und Möglichkeiten für einen Frieden in der Region gestanden, sagte Obama. Er würdigte Mubarak als Politiker mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Ausserdem stehen ein Besuch der Sultan-Hassan-Moschee und eine Tour zu den Pyramiden von Gizeh auf Obamas Programm. Der US-Präsident kam aus Saudi-Arabien, wo er seine Nahost-Reise am Mittwoch begonnen hatte.

Von Ägypten fliegt er nach Deutschland weiter, wo er am Abend erwartet wird. Am Freitag wird Obama Dresden besuchen, ausserdem das frühere Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar sowie das amerikanische Militärkrankenhaus in Landstuhl. (dapd)

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