Stanley Cup Final: Warum Boston die «Belle» gewinnen kann
Aktualisiert

Stanley Cup FinalWarum Boston die «Belle» gewinnen kann

Die Vancouver Canucks sind die Favoriten auf den NHL-Titel. Aber es gibt durchaus Gründe, welche in der alles entscheidenden «Belle» für die Boston Bruins sprechen.

von
Jürg Federer
USA
Eine Waffe der Boston Bruins: Keeper Tim Thomas.

Eine Waffe der Boston Bruins: Keeper Tim Thomas.

Die Vancouver Canucks haben ein Jahr lang darauf hingearbeitet, in den Stanley Cup Playoffs immer Heimvorteil zu geniessen. Sie sind am Ziel angekommen und haben dennoch noch nichts erreicht.

Das Stanley Cup Finalspiel sieben in Vancouver von heute Nacht wird als 16. «Belle» um den Stanley Cup in die Geschichte der NHL eingehen. Bisher gewann das Heimteam zwölf dieser entscheidenden Spiele, die Auswärtsmannschaft nur deren drei. Nach einem desaströsen ersten Spielabschnitt in Spiel sechs in Boston haben die Canucks wieder ihre Form gefunden, die letzten 50 Minuten der Partie gewannen sie mit einem Score von 2:1. Teamcaptain Henrik Sedin hat dabei endlich sein erstes Tor im Stanley-Cup-Final erzielt und nach 24 erfolglosen Versuchen gelang den Canucks auch endlich wieder ein Tor im Powerplay.

Torhüter Roberto Luongo hat zwar drei furchtbare Spiele in Boston hinter sich, doch im Heimstadion war und ist er der Vezina-Finalist, den die General Manager der NHL in ihm sahen, als sie ihn für die Trophäe für den besten Torhüter nominiert haben. Luongo verlor von 13 Heimspielen in diesen Playoffs nur drei, er liess lediglich 1,71 Gegentore pro Heimspiel zu und überzeugte mit einer Fangquote von über 94 Prozent. Im Stanley-Cup-Final verbesserte er die persönliche Statistik im Heimstadion sogar mit den Spitzenwerten von 0,67 Gegentoren pro Spiel und einer Fangquote von 97,9 Prozent. Die Vancouver Canucks sind wie schon in den gesamten Stanley-Cup-Playoffs, in der Favoritenrolle. Doch es gibt auch gute Argumente dafür, dass am Ende Boston den Stanley Cup in die Höhe stemmen könnte.

Tim Thomas:

Der Bruins-Torhüter hat mit 761 abgewehrten Schüssen in den Stanley-Cup-Playoffs gleich viele Paraden gezeigt wie der bisherige Playoff-Rekordhalter Kirk McLean in den NHL-Playoffs 1994 mit Vancouver. In Spiel sieben vom Mittwoch wird Thomas alleiniger Leader aller NHL-Torhüter im Abwehren von Playoffschüssen in einer Saison werden und er wird auch zum meistgeprüften Playofftorhüter der NHL-Geschichte werden. Im bisherigen Verlauf der Stanley-Cup-Playoffs wurde 812-mal auf Thomas Gehäuse geschossen, Kirk McLeans Rekord liegt bei 820 Angriffen auf sein Tor. Geht Thomas am Mittwoch als Stanley-Cup-Sieger hervor, wird er nicht nur den Stanley Cup gewinnen, sondern er darf auch den Titel des wertvollsten Spielers der NHL-Playoffs für sich beanspruchen und Ende Juni in Las Vegas die Vezina Trophy für den besten Torhüter der Liga abholen.

Puckbesitz:

Die Bruins haben mit Patrice Bergeron, Rich Peverley und David Krejci die drei besten Bullyspieler des Stanley-Cup-Finals in ihren Reihen. Nur wer den Puck besitzt, kann das Spiel kontrollieren.

Mark Recchi und Shawn Thornton:

Recchi und Thornton sind die einzigen Stanley-Cup-Sieger des diesjährigen Stanley-Cup-Finals und beide spielen für Boston. Nur wer den Weg zum Sieg kennt, kann ihn seinen Teamkollegen erklären. Mark Recchi ist 43 Jahre alt, das Spiel sieben des Stanley-Cup-Finals 2011 wird die letzte Partie seiner NHL-Karriere werden. Der Kanadier tritt als Topskorer des diesjährigen Stanley-Cup-Finals zu seiner letzten NHL-Partie an. Der dritte Stanley-Cup-Erfolg nach 1991 (Pittsburgh) und 2006 (Carolina mit Martin Gerber) wäre die Krönung seiner Karriere über 1652 Partien und 189 Playoffeinsätze.

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