18.10.2020 08:36

3 Fakten zu den DreharbeitenWarum der erste Zürcher «Tatort» so besonders ist

Für die neuen «Tatort»-Macherinnen war der Dreh der Auftaktsfolge eine Challenge: Sie drehten gleichzeitig schon die zweite Episode. Regisseurin und Hauptdarstellerinnen verraten weitere spannende Details vom Set.

von
Katja Fischer
1 / 8
Frauentrio am Set: Die beiden Schauspielerinnen Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler mit «Tatort»-Regisseurin Viviane Andereggen (M.). 

Frauentrio am Set: Die beiden Schauspielerinnen Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler mit «Tatort»-Regisseurin Viviane Andereggen (M.).

SRF/Sava Hlavacek
Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler sind das neuer «Tatort»-Ermittlungsduo in Zürich. 

Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler sind das neuer «Tatort»-Ermittlungsduo in Zürich.

SRF/Sava Hlavacek
Die zwei ungleichen Kommissarinnen müssen sich für die Lösung eines Mordfalls zusammenraufen. 

Die zwei ungleichen Kommissarinnen müssen sich für die Lösung eines Mordfalls zusammenraufen.

SRF/Sava Hlavacek

Darum gehts

  • Am Sonntagabend nehmen die Kommissarinnen Tessa Ott und Isabelle Grandjean ihren Dienst auf: SRF bringt den ersten «Tatort» aus Zürich.

  • Die Dreharbeiten starteten schon vor einem Jahr und wurden kurz vor dem Lockdown beendet.

  • Es wurden gleichzeitig zwei Folgen gedreht: eine «sehr anspruchsvolle» Aufgabe, wie Regisseurin Viviane Andereggen (35) sagt.

  • Sie und die Hauptdarstellerinnen Carol Schuler (33) und Anna Pieri Zuercher (41) erzählen vom Dreh und sprechen über die besondere Stimmung am Set.

Drehschluss kurz vor Lockdown

Es sticht schon in den ersten Minuten ins Auge: In «Züri brännt» werden noch Hände geschüttelt – ein Begrüssungsritual, das heute fremd erscheint. Tatsächlich wurde die Auftaktsfolge des Zürcher «Tatorts» noch vor der Corona-Pandemie abgedreht. Wenn auch nur knapp: Gestartet wurde im November 2019, die letzte Klappe fiel im Februar 2020, wenige Wochen vor dem Lockdown.

Die Reihe kam damit gerade noch mit einem blauen Auge davon. Unterbrechungen oder Anpassungen waren wegen Covid-19 noch keine nötig. «Wir hatten wirklich Glück», resümiert Regisseurin Viviane Andereggen (35) im Gespräch mit 20 Minuten. Es sei irgendwie surreal gewesen: «Natürlich verfolgten wir die News und hielten uns auf dem Laufenden. Und trotzdem befanden wir uns während des Drehs in einer Art Bubble, beschäftigten uns täglich mit vielen anderen kleinen Problemen und bekamen nicht immer alles mit.» Niemand habe geahnt, dass sich die Lage so schnell danach noch derart zuspitzen würde.

Zwei Folgen gleichzeitig gedreht

Die «Tatort»-Crew machte bei den Dreharbeiten nicht nur Zeitsprünge – «Züri brännt» handelt von den Jugendunruhen in den 80ern –, sie switchte ebenso zwischen zwei verschiedenen Episoden hin und er. Die zwei ersten Zürcher Folgen wurden nämlich parallel gedreht.

Eine grosse Herausforderung für die Macherinnen: «Natürlich machte es aus Produktionssicht Sinn», sagt Regisseurin Andereggen. «Aber es war wirklich sehr anspruchsvoll, zwischen den Geschichten zu wechseln.» Und für die Vorbereitungen habe das doppelt so viel Aufwand bedeutet.

Viel Arbeit auch für die Schauspielerinnen: Anna Pieri Zuercher (41), die Kommissarin Isabelle Grandjean spielt, spricht von «Gehirntraining». Sie hätten «extrem viel Text» lernen müssen, sagt sie. Ihre Kollegin Carol Schuler (33), Profilerin Tessa Ott in der Krimiserie, fügt an: «Das Pensum am Set war sehr hoch. Wir mussten uns super gut vorbereiten, um frei spielen und rasch von der einen in die andere Story eintauchen zu können.» Trotz der Challenge: Der Spass sei nicht zu kurz gekommen, betonen beide.

Drei Frauen und Liebe auf den ersten Blick

Apropos Spass: «Wir mussten so viel lachen am Set», sagt Anna Pieri Zuercher. Zwischen den zwei Hautptdarstellerinnen war es – anders als in der Reihe selbst – ohnehin Liebe auf den ersten Blick. «Schon als Anna beim Casting zur Tür reinkam, hat es bei mir gefunkt», sagt Schuler. Auch Regisseurin Viviane Andereggen schwärmt von ihren Kolleginnen: «Die Zusammenarbeit war grandios. Die zwei sind unfassbar unkomplizierte und entspannte Personen.»

Es ist das erste Mal, dass im Schweizer «Tatort»-Team zwei Frauen ermitteln. Und mit Regisseurin Andereggen ist ein weibliches Trio an vorderster Front. Die Frauen verstehen die Aufregung darum aber nicht – das sollte doch 2020 kein Thema mehr sein, finden sie.

Ist es aber trotzdem, zumindest in der Öffentlichkeit. «Anscheinend ist die Rolle des Kommissars in den Köpfen immer noch ein älterer Herr», sagt Schuler. «Für uns war das Geschlecht nie Thema, wir wollen einfach interessante Charaktere spielen.»

«Tatort – Züri brännt» läuft am Sonntag, 18. Oktober, um 20.05 Uhr auf SRF 1.

Hol dir den People-Push!

Wenn du den People-Push abonnierst, verpasst du nichts mehr aus der Welt der Reichen, Schönen und der Menschen, bei denen nicht ganz klar ist, warum sie eigentlich berühmt sind.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «People» an – schon läufts.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
85 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

kat

19.10.2020, 13:39

Gratuliere! Endlich wieder mal ein toller Tatort. Super Schauspielerinnen (und Schauspieler), gute Regie, interessante Kameraführung. Ich freue mich schon auf die nächste Folge.

Robert

19.10.2020, 09:02

War wirklich besonders, der Tatort aus Zürich. Eine gute Geschichte, misserabel umgesetzt, zum Gähnen. Zwei Kommisarinnen, deren Persönlichkeiten und Hintergründe nur angedeutet wurden. Vieles war in diesem Tatort nur angedeutet, es tauchten Personen auf, die nicht zugeordnet werden konnten. Ränkespiele im Hintergrund - auch nur schwach angedeutet. Ein schlechtes Drehbuch, langweilig umgesetzt, dazu das Tempo des Filmes...

Chris

19.10.2020, 08:54

Schweizer Tatort? Mathematisch ist die Chance auf eine gute Folge enorm gering.