Japan-Blog: Warum der Shinkansen der beste Zug der Welt ist
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Japan-BlogWarum der Shinkansen der beste Zug der Welt ist

Mit dem Japan Rail Pass fühlt man sich am Bahnhof wie ein VIP. Ein paar Tipps, um das Land auf dem Schienenweg zu erkunden.

von
Ronja Sakata

Mit dem Shinkansen fährt man mit Hochgeschwindigkeit durch Japan.

Der Shinkansen transportiert seine Passagiere in kürzester Zeit über weite Strecken. Die neuste Strecke führt von Tokyo über Nagano an die Westküste nach Niigata. Wo man früher stundenlang mit der Regionalbahn durch die Berge bummelte, macht der Shinkansen die Strecke nun zu einer kurzen Reise.

Mit dem Japan Railpass, einer Art Generalabonnement für die japanische SBB, den man vor der Reise in der Schweiz kauft, fühlt man sich wie ein VIP im Bahnhof. Beim Stationgate, wo alle ihre Tickets automatisch prüfen lassen, weist man der uniformierten Mitarbeiterin den Railpass vor und wird durchgewinkt.

Ein bisschen Japanisch öffnet viele Türen

Das Beste: Die Sitzplatzreservation ist auch inklusiv. Je nach Strecke würde diese sonst zusätzlich um die 50 Franken kosten. Beim «midori no madoguchi», dem grünen Schalter, kann man für die gewünschte Zugsverbindung die Sitzplätze gratis reservieren.

Ausserhalb der grossen Zentren ist die Chance gross, dass am Schalter niemand Englisch spricht. Da hilft es, wenn man sich die gewünschte Zugverbindung mit Datum (Jahr/Monat/Tag) und Abfahrtszeit aufschreibt. Dann kommen die folgenden, einfachen Sätze zum Einsatz: «Kono hi no kono jikan no densha o yoyaku shitai desu. Tokyo kara Kyoto made onegaishimasu.» Der erste Satz heisst: Der Zug an diesem Tag (kono hi) zu dieser Zeit (kono jikan) möchte ich reservieren (yoyaku heisst Reservation).

Bei «.... kara .... made onegaishimasu» ist der erste Ort der Start (z. B. «Tokyo kara» heisst von Tokyo) der zweite das Ziel (z. B. «Kyoto made»: bis Kyoto). «Onegaishimasu» heisst: Ich bitte Sie darum.

Wer Japanisch lernt, ruft garantiert erfreute Gesichter und erstaunte Ausrufe auf japanischer Seite hervor! Ein bisschen Vorbereitung diesbezüglich lohnt sich vor der Abreise.

Anstehen auf Japanisch

Je nach Bahnhof ist das Ticket nur auf Japanisch bedruckt. Das wichtigste Zeichen, das man sich einprägen sollte, ist 車. Das bedeutet Auto oder Wagen. Wenn man sich vorstellt, dass man einen kleinen Holzwagen aus der Vogelperspektive betrachtet, dann sieht man plötzlich die zwei Räder, die Achse und die Ladefläche bei diesem kleinen Minibildchen 車.

So ist klar, welche Zahl die Wagennummer anzeigt und auch im Bahnhof wird man dieses Zeichen immer wieder entdecken. Auf dem Perron steht man bei der entsprechenden Wagennummer geduldig auf die Anstehlinien und wartet, bis der Shinkansen einfährt.

Die Aus- und Einsteigezeiten sind kürzer als an einer Tramhaltestelle. Das ist nur wegen dieser effizienten Anstehlinien-Organisation möglich. Ruckzuck und der Shinkansen fährt weiter.

Das Essen nicht vergessen!

Im Zug ist es gemütlich, die Beinfreiheit ist riesig – auch in der zweiten Klasse – und alle sind entweder am Schlafen oder Essen. Eine Bentobox vom Bahnhof mitzubringen, ist fast Pflicht. Oder die nette Wägelifrau hat vielleicht noch eine übrig! Schmuck sind die einzelnen Happen in der Schachtel angeordnet und sind kulinarisch absolute Spitzenklasse! «Itadakimasu» – en Guete!

Wieso im Shinkansen immer alle vorwärtsfahren können und wie man sich zu viert dennoch ein Viererabteil zaubern kann, das erzähle ich im Video.

Ronja Sakata (38), geborene Müller, ist studierte Lebensmittelingenieurin. Vor 15 Jahren reiste sie für ein Praktikum erstmals nach Japan. Dort verliebte sie sich nicht nur in das Land, sondern auch in ihren jetzigen Mann, dem sie den klingenden Nachnamen zu verdanken hat. Ihr Insiderwissen hat Sakata in einem E-Book und Audios auf unterhaltsame Weise zusammengefasst. Sie bietet online auch einen Gratis-Japanischkurs an. Weitere Infos: Ronjasakata.com

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