Security-Einsatz: Warum die Deltas den Fan-Sektor stürmten
Aktualisiert

Security-EinsatzWarum die Deltas den Fan-Sektor stürmten

Beim Spiel FCZ - FCSG kam es zu unschönen Szenen: Delta-Securitys prügelten sich mit St.-Gallen-Fans. Die Sicherheitsfirma sorgt nicht das erste Mal für Schlagzeilen.

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feb
Die Delta-Sicherheitsleute drangen von oben (links) in den Gästesektor im Letzigrund vor. (Bilder: Leser-Reporter und Keystone)

Die Delta-Sicherheitsleute drangen von oben (links) in den Gästesektor im Letzigrund vor. (Bilder: Leser-Reporter und Keystone)

Das Spiel plätschert vor sich hin an diesem nasskalten Samstag (19. Februar), die Atmosphäre im schlecht gefüllten Letzigrund ist trostlos. Im Sektor, wo die St. Gallen-Fans ihre Mannschaft anfeuern, schlägt die Stimmung aber nach wenigen Minuten schlagartig um. Plötzlich tauchen Delta-Security-Sicherheitsleute in Vollmontur im Fanblock auf und wollen in den Sektor marschieren.

Sofort herrscht Unruhe. Es kommt zu einer wilden Schlägerei zwischen den FCSG-Anhängern und den Deltas. Gegenstände fliegen, die Securitys setzen Pfeffersprays ein. Die Lage beruhigt sich erst, als die Sicherheitsleute von den Rängen flüchten.

Von wem ging die Aggression aus?

Was war geschehen? Was brachte die Delta-Securitys dazu, von hinten in die FCSG-Kurve zu dringen? Für die Sicherheit im Stadion ist das Stadionmanagement rund um den Stadionmanager Peter Landolt verantwortlich. Zu 20 Minuten-Online-Anfragen betreffend des Delta-Einsatzes gibt aber nicht er, sondern sein Stellvertreter, Andreas Bachmann, Auskunft: «Ja, es gab einen Einsatz.» Die Intervention ergab sich aufgrund des Abfackelns von Feuerwerkskörpern, so Bachmann. Ein Sprecher der Delta Security AG begründet die Aktion ebenfalls damit, dass im Sektor Pyro gezündet worden seien.

Tatsächlich brannten zwei Fackeln. Deswegen einen Trupp von Sicherheitsleuten in den Fanblock zu schicken, war aber bisher eher unüblich.

«Es war ein präventiver Eingriff»

FCSG-Fans reden nach dem Match von einem willkürlichen Angriff der Sicherheitsleute. Von einer Rambo- und Schlägertruppe ist die Rede, man kenne ja die Deltas (Anm. d. Red.: 2010 sorgte die Firma Delta Security für Schlagzeilen, weil ein Angestellter nach einem Einsatz in Basel damit prahlte, wie er die «Inzuchtbuben vom Rhein» beim nächsten Spiel gleich nochmals «ficken werde». Der Mann wurde danach entlassen). Von Fan-Seite möchte niemand Stellung zur Delta-Aktion nehmen. Der Dachverband hat eine Sitzung einberufen und informiert allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt. Gerüchte, einzelne Fans würden Anzeige gegen die Securitys erstatten, wollte niemand bestätigen. Bisher gab es auch keine solchen.

Die Delta-Gruppe weist den Vorwurf, die Sicherheitsleute hätten die Keilerei angezettelt, vehement zurück. Präventiv habe man nach der Pyro-Aktion Sicherheitsleute im Sektor verteilen wollen. Die Gruppe sei ohne Helm und nicht aggressiv aufgetreten, so der Delta-Sprecher. «Pfefferspray mussten wir zur Verteidigung einsetzen», sagt er.

Gibt es eine neue Strategie?

Ob es eine neue Strategie ist, bei Pyro-Aktionen wie beim St. Gallen-Spiel einzugreifen, wollen die Delta-Verantwortlichen nicht verraten. Über taktische Vorgehensweisen könnten keine Auskünfte gegeben werden. Dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit der Aktionen werde aber grösste Beachtung geschenkt.

Im Letzigrund seien schon öfter Fans - auch solche des FCZs - gefasst und verzeigt worden wegen dem Abfackeln von Feuerwerk. Je nach Situation seien solche Aktionen aber nicht spektakulär. «Verzeigungen finden vielfach aufgrund von Videoauswertungen statt», erklärt der Delta-Sprecher.

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