Aktualisiert 22.12.2003 19:09

Warum die Schweiz so ist, wie sie ist

SACHBUCH – Wie funktioniert ein politisches System, bei dem rechts und links gleichzeitig in der Regierung sitzen? Was ist von einer so genannten direkten Demokratie zu halten, in der die Bürger über Sachen abstimmen dürfen, die durchaus im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung liegen, etwa Reichtumssteuer, Mutterschafts- oder Mieterschutz – diese aber dann wuchtig abgelehnt werden? Und was bedeutet politisches Kauderwelsch wie Konkordanz, Vernehmlassung, Panaschieren oder Kumulieren?

Solche und andere Fragen zum leicht merkwürdigen politischen System der Schweiz werden in dieser Textsammlung umfassend beantwortet. Und zwar nicht durch so genannte politische Koryphäen oder selbst ernannte Volkstribunen und «Mahner», sondern durch Schriftstellerinnen, Philosophen, Hoteldirektoren, Kabarettisten, Auslandschweizerinnen, Theologen, Volkskundler und Jasskursleiterinnen. Sie leuchten das Politspektrum der Schweiz aus und halten besonders seltsame Eigenarten fest.

Die 21 Beiträge sind manchmal tief schürfend, manchmal oberflächlich, doch stets spannend und fundiert. Sie sind oft ironisch, aber nie pathetisch. Die bunte Mischung macht den Reiz aus.

Wem es also immer noch grotesk oder absolut unverständlich vorkommt, dass so eine Altherrenregierung in Bern beispielsweise die Sparschrauben anziehen kann, der lese dieses Buch. Es wird ihm dabei das eine oder andere Licht aufgehen.

Wolfgang Bortlik

Gerda Wurzenberger / Nicole Schiferer (Hg.) «Die Schweiz in der Vernehmlassung», Verlag Kein & Aber, 254 Seiten, 38 Franken.

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