05.09.2020 07:33

Netz ruft zum Boykott auf Warum diese Hafermilch plötzlich nicht mehr cool ist

Hafermilch gilt als die vegane und umweltfreundliche Alternative zu Kuhmilch schlechthin. Gerade Oatly galt als Star unter den Anbietern. Das Glanzimage erhält nun aber einen Kratzer.

von
Katja Fässler
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Die Produkte von Oatly feiern vor allem in den USA grossen Erfolg. Auch in der Schweiz sind sie erhältlich. 

Die Produkte von Oatly feiern vor allem in den USA grossen Erfolg. Auch in der Schweiz sind sie erhältlich.

oatly.com 
Um die Kuhmilch tobt ein Glaubenskrieg. Bei Ernährungsbewussten hat sie einen schweren Stand.

Um die Kuhmilch tobt ein Glaubenskrieg. Bei Ernährungsbewussten hat sie einen schweren Stand.

KEYSTONE
Währenddessen boomen die Verkäufe von Ersatzprodukten zur Kuhmilch.

Währenddessen boomen die Verkäufe von Ersatzprodukten zur Kuhmilch.

Getty Images

Darum gehts

  • Das schwedische Unternehmen Oatly galt als Star der Hafermilchmarken.
  • Nachdem Anteile an eine Investorengruppe, zu der das US-Unternehmen Blackstone gehört, verkauft wurden, rufen jetzt aber einstige Fans zum Boykott der Marke auf.
  • Blackstone gilt als umstritten und wird etwa mit der Abholzung des Regenwaldes in Brasilien in Verbindung gebracht.

«Für Menschen, die ihr Leben bewusst leben und sich und ihre Umwelt upgraden wollen, ist Oatly die allererste Wahl. Gesundheit und Nachhaltigkeit sind fest in unserer DNA verankert», heisst es beim schwedischen Hafermilchhersteller auf der Homepage. Und diese Alternative zur Kuhmilch ist gefragt. Denn im Gegensatz dazu hat Hafermilch eine gute Klimabilanz und verhindert – so die breite Meinung – auch einen unangenehmen Blähbauch.

Jetzt bekommt das Sauberimage der Marke Oatli jedoch einen Kratzer – und zwar einen ordentlichen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, hat der stetig wachsende Hafermilch-Hersteller im Sommer Unternehmensanteile im Wert von 200 Millionen Dollar an eine Investorengruppe verkauft, zu der unter anderem auch die US-Investmentgesellschaft Blackstone gehört. Dabei handelt es sich um eine Firma, die von Trump-Anhängern geführt wird und in ein Projekt involviert sein soll, das zur Abholzung des Regenwaldes in Brasilien beigetragen hat, wie es in einem Bericht des «Guardian» heisst.

Diese Nachricht führt dazu, dass nun einstige Oatly-Fans im Netz zum Boykott der Hafermilch aufrufen. «Also wieder von vorne: Welche ist die beste Hafermilch nach Oatly?», fragt etwa die Feministin und Grünaktivistin Laura Sophie Dornheim auf Twitter.

In einer ganzen Reihe von Kommentaren und Antworten an User nimmt Oatly dazu Stellung, warum es zum Deal mit Blackstone kam: «Dass wir Investoren in der Finanzwelt (wo nur ein Bruchteil der Investitionen grün ist) anziehen, die in unsere Nachhaltigkeitsarbeit investieren, ist ein grosser Schritt vorwärts. Wir glauben, dass wir einen Systemwandel in der globalen Finanzindustrie auslösen können», schrieb die Firma auf Twitter. Ob dieses Argument ausreicht, um die Oatly-Fans zu überzeugen, wird sich noch zeigen.

Welche Alternativen zur Kuhmilch es sonst noch gibt, wie gesund sie sind und was sie kosten erfährst du in der Bildstrecke oben. Befürworter der Kuhmilch betonen wiederholt, wie wichtig das in der Milch enthaltene Kalzium für den Knochenerhalt des Menschen ist.

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269 Kommentare
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Äffle v. Pferdle

06.09.2020, 17:20

Des isch de Hafer und Banane Blus

Martina

06.09.2020, 08:42

Mir geht es bei Lebensmitteln darum ob sie a) gut schmecken und b) gesund für meinen Körper sind. Der Rest interessiert mich herzlich wenig. Begrüssenswert finde ich es, wenn jemand ein Geschäft mit meinem Kauf gemacht hat. Marktwirtschaft ist die einzige Ideologie, die ich unterstütze.

Carnivore

05.09.2020, 11:33

Wenn die Kühe nicht mehr gemolken werden, haben die einen Milchstau und das tut denen unnötig sehr weh.