Synthetische Cannabinoide - Warum du in Bern neu dein Cannabis gratis und anonym testen lassen kannst
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Synthetische CannabinoideWarum du in Bern neu dein Cannabis gratis und anonym testen lassen kannst

Da vermehrt gestrecktes Gras im Umlauf ist, bietet die Stiftung Contact ein kostenloses Drug-Checking an. Damit soll vermieden werden, dass Kifferinnen und Kiffer den gefährlichen Stoff rauchen.

von
Zoé Stoller
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Seit einigen Jahren wird das Gras oftmals mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt.

Seit einigen Jahren wird das Gras oftmals mit synthetischen Cannabinoiden gestreckt.

20min/Matthias Spicher
Dieses kann zu sehr unangenehmen Nebenwirkungen führen.

Dieses kann zu sehr unangenehmen Nebenwirkungen führen.

Contact
Um den Cannabiskonsum sicherer zu gestalten, bietet Contact neu Testmöglichkeiten für Gras an.

Um den Cannabiskonsum sicherer zu gestalten, bietet Contact neu Testmöglichkeiten für Gras an.

Contact

Darum gehts

  • Seit einigen Jahren wird Gras oftmals mit künstlichen Substanzen besprüht.

  • Um einen sichereren Konsum zu gewährleisten, bietet Contact neu Drug-Checking für Marihuana an.

  • Ausserdem informiert die Stiftung regelmässig, welche risikoreichen Substanzen zurzeit im Umlauf sind.

Marihuana ist die am häufigste konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Seit 2019 ist das Cannabis, das Konsumierende auf der Strasse erwerben, nicht immer ganz sauber. Zunehmend werden nämlich Cannabisblüten mit synthetischen Cannabinoiden besprüht, ohne dass die Kifferin oder der Kiffer davon weiss. Diese Substanzen sind weder sicht- noch riechbar und haben äusserst unangenehme Nebenwirkungen. Diese will die Stiftung für Suchthilfe «Contact» nun verhindern.

Bisher konnte man bei Contact nur harte Drogen wie Kokain, Extasy oder Amphetamine testen lassen. Ab Donnerstag bietet die Stiftung eine Testmöglichkeiten für Marihuana an. «Bei uns kann man anonym vorbeikommen, eine Probe abgeben und diese gratis testen lassen», sagt Alexandre Brodard, Leiter von Contact Nightlife, «wir benötigen dabei zirka ein Gramm Cannabis, um Aussagen über die Substanz machen zu können.» Vor Abgabe der Probe befragen Contact-Mitarbeitende die Userinnen und User zur ihrem Konsumverhalten und ihren Konsumgründen. «In den Beratungsgesprächen wird auch erklärt, dass es keinen Konsum ohne Risiko gibt und dass das Analyseresultat keine Unbedenklichkeitserklärung darstellt.» In Biel kann das Gras jeweils am Dienstag-, in Bern am Donnerstagabend zur Analyse abgegeben werden. Das Resultat der Untersuchung wird Freitag der folgenden Woche per Telefon bekanntgegeben.

Bis zum Tod

Synthetische Cannabinoide sind künstlich hergestellte Substanzen und haben eine stärkere Wirkung als pflanzliches Marihuana. «In geringen Mengen sind sie extrem potent und können Herzkreislaufprobleme verursachen», erklärt Alexandre Brodard zu 20 Minuten. «Viele Konsumierende kriegen Herzrasen, Zitteranfälle, Bewusstseinsstörungen und in schlimmen Fällen sogar Bewusstseinsverluste.» In den Jahren 2015 bis 2017 wurden in Europa 24 Todesfälle im Zusammenhang mit synthetischen Cannabinoiden verzeichnet. Ausführlich erforscht ist der Effekt jedoch nicht, zumal die Wirkstoffkonzentration von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich sein kann. Dies aus dem Grund, dass die Wirkstoffe bei der Produktion nicht gleichmässig aufgetragen werden können.

Dank der Drogentests kann die Organisation die aktuell gefährlichsten Drogen online veröffentlichen. Sowohl auf dem Instagram-Account raveitsafe als auch auf der Website drugcheck.raveitsafe werden Warnungen zu den einzelnen Substanzen veröffentlicht. Kürzlich war das Instagram-Konto für mehrere Tage gesperrt. Contact vermutet, dass der Social Media-Anbieter aufgrund der Fotos der Substanzen das Konto deaktivierte. In Zukunft will die Stiftung Instagram kontaktieren, um Missverständnisse zu klären.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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