Sport & Wissenschaft: Warum ein Fussballfeld so gross ist, wie es ist
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Sport & WissenschaftWarum ein Fussballfeld so gross ist, wie es ist

Die Grösse der Spielfelder verschiedener Sportarten ist nicht zufällig gewählt. Sie gehorcht physikalischen Gesetzen.

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Zwischen Spielfeldgrösse (y-Achse) und Flugweite (x-Achse) besteht ein Zusammenhang. Die Symbole stellen die untersuchten Sportarten dar: Tischtennis, Badminton, Basketball, Volleyball, Handball, Tennis, Fussball, Softball, Lacrosse, Baseball, Squash, Pelota  und mit grossem Abstand Golf (v.l.n.r.). (Grafik: Baptiste Darbois Texier et al.)

Zwischen Spielfeldgrösse (y-Achse) und Flugweite (x-Achse) besteht ein Zusammenhang. Die Symbole stellen die untersuchten Sportarten dar: Tischtennis, Badminton, Basketball, Volleyball, Handball, Tennis, Fussball, Softball, Lacrosse, Baseball, Squash, Pelota und mit grossem Abstand Golf (v.l.n.r.). (Grafik: Baptiste Darbois Texier et al.)

Nicht die Anzahl der Sportler entscheidet darüber, wie gross ein Spielfeld ist. Ebenso wenig spielt die Grösse des Spielgeräts eine Rolle. Relevant ist vielmehr dessen maximal erreichbare Flugweite, wie Forscher um Christophe Clanet von der École Polytechnique in Paris im Fachjournal «New Journal of Physics» schreiben.

Um herauszufinden, welche Faktoren für die Grösse eines Spielfelds entscheidend sind, haben sich die Physiker insgesamt 13 Sportarten genauer angeschaut. Darunter sind Fussball, Volleyball, Badminton, Tischtennis und Golf. Unter anderem berechneten sie für jedes einzelne Spielgerät, wie weit man es maximal schiessen, schlagen oder werfen kann. Dabei beriefen sie sich auf die offiziellen Geschwindigkeitsrekorde. Beim Fussball liegt dieser bei 51 Metern pro Sekunde, beim Badminton bei 137 Metern und beim Golf bei 91 Metern.

Berechnungen weisen den Weg

Dabei mussten Clanet und seine Kollegen den Luftwiderstand beachten. So sind Fuss- und Volleyball zwar gleich gross, wiegen aber unterschiedlich viel. Weil der Luftwiderstand nicht nur von der Form, sondern auch von der Masse eines Objektes abhängt, wird der Volleyball bei gleicher Startgeschwindigkeit viel stärker abgebremst als ein Fussball und kann nicht so weit fliegen. Deshalb kamen die Physiker beim Fussball auf eine maximale Flugdistanz von 75 Metern, beim Volleyball hingegen auf nur 36 Meter.

Auf diese Weise konnten die Forscher zeigen, dass das Spielfeld mit steigender Flugweite immer grösser wird. So erklärt sich auch, warum Golfer mit ihren kleinen, weissen Bällen die mit Abstand grösste Fläche bespielen. Denn diese fliegen bis zu 225 Meter weit.

Wie immer gibt es auch bei den Spielfeldern eine Ausnahme. So ist das Spielfeld beim Squash deutlich kleiner, als man es nach der Analyse der Wissenschaftler erwarten würde. Doch auch dafür haben sie eine logische Erklärung: Da beim Squash der Ball gegen eine Wand gespielt wird, verdoppele sich die Spielfläche.

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