Autopneu - Warum enden Reifendimensionen immer auf «5»?
Mit der «5» am Ende der Millimeter-Breitenangabe unterscheidet man die Autoreifen von Motorradreifen, die auf «0» enden.

Mit der «5» am Ende der Millimeter-Breitenangabe unterscheidet man die Autoreifen von Motorradreifen, die auf «0» enden.

Volvo
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AutopneuWarum enden Reifendimensionen immer auf «5»?

Die Breite von Autoreifen endet immer mit der Zahl «5». Warum das so ist, will Philippe wissen.

von
Markus Peter, AGVS

Frage von Philippe ans AGVS-Expertenteam:

Mit fällt auf, dass die Definition der Reifenbreite immer mit der Zahl «5» endet, also 195, 205, 225 etc. Warum ist das so?

Antwort:

Lieber Philippe!

Eine spannende Frage, die einiges an Rechercheaufwand gekostet hat. Ich habe Gespräche mit mehreren Reifenexperten geführt und bin dabei auf eine sehr plausible und fast schon einfache Erklärung gestossen: Mit der «5» am Ende der Breitenangabe in Millimetern unterscheidet man die Autoreifen zu den nominellen Breiten von Motorradreifen. Diese enden in der Regel auf «0».

Diese These wird durch folgendes Ereignis erhärtet: Als man vor Jahren über Reifen mit höherer Tragfähigkeit diskutiert hat, war ein Vorschlag, diese Reifen von den anderen dadurch zu unterscheiden, dass die Breitenangabe in «0» endet. Dieser Vorschlag wurde sowohl von der Fahrzeugindustrie als auch von vielen Vertretern der Reifenindustrie abgelehnt, weil sich dadurch die Querschnittsverhältnisse geändert hätten und die Unterscheidbarkeit insbesondere zu Motorradreifen verloren gegangen wäre.

Hier noch ein paar Zusatzinfos zum Thema Reifenbreite:

• Während sich bei Personenwagen die Breitenangabe in Millimetern etabliert hat, wird bei Zweirädern die Breite oft auch in Zoll angegeben (1 Zoll entspricht 25,4 mm). So sind zum Beispiel bei Mountainbikes die Breitenangaben üblicherweise in Zoll. Bei Rennvelos jedoch werden sie meistens in Millimetern angegeben.

• Die nominelle Breite von Reifen wird bei montierten und aufgepumpten Reifen an unbelasteter Stelle gemessen – also nicht «unten», wo der Reifen auf der Strasse aufliegt.

• Das Reifenmaterial wurde 1844 durch Charles Goodyear entdeckt. Beim Experimentieren setzte er ein Gemisch aus Schwefel und Kautschuk unter Druck und Wärme, wobei als Produkt dieses als Vulkanisation bezeichneten Prozesses «Gummi» entstand.

• Die Entwicklung des ersten Autoreifens wird Edouard Michelin im Jahr 1894 zugeschrieben. Zuerst waren es Schlauchreifen, ehe im Jahr 1943 je länger desto mehr auf Tubeless-Reifen umgestellt wurde. 1904 entwickelte Continental den ersten Profilreifen und 1948 kam der erste Radialreifen von Michelin auf den Markt.

Gute Fahrt!

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