30.09.2020 11:13

Rheinfelden AGWarum fielen diese Schwalben tot vom Himmel?

In Rheinfelden AG entdeckte Faton Ajdari am Sonntag mehrere tote Vögel und teilte seine Entdeckung auf Facebook. In den Kommentaren zum Post wird diskutiert, ob der Grund für den Tod der Tiere wohl der Wetterumschwung oder ein nahegelegener 5G-Mast sein könnte.

von
Elodie Kolb
1 / 6
Faton Ajdari bemerkte bei einem Spaziergang am Sonntag mehrere tote Vögel. Daraufhin teilte er seine Beobachtung mit einem Post auf Facebook. 

Faton Ajdari bemerkte bei einem Spaziergang am Sonntag mehrere tote Vögel. Daraufhin teilte er seine Beobachtung mit einem Post auf Facebook.

Faton Ajdari
Dort äusserten sich viele zur möglichen Todesursache. Während die meisten davon ausgehen, dass die Vögel erfroren sind, gab es auch eine zweite Meinung. 

Dort äusserten sich viele zur möglichen Todesursache. Während die meisten davon ausgehen, dass die Vögel erfroren sind, gab es auch eine zweite Meinung.

Screenshot Facebook
Und zwar der nahegelegene 5G-Mast, der möglicherweise etwas damit zu tun habe. 

Und zwar der nahegelegene 5G-Mast, der möglicherweise etwas damit zu tun habe.

Facebook/Screenshot 

«Bereits am frühen Sonntagmorgen bemerkte ich einen kleinen toten Vogel bei unserem Eingang. Als wir später einen Spaziergang machten, bemerkten wir etwa sechs tote Tiere rechts und links vom Weg.» Dies erzählt Faton Ajdari aus Rheinfelden AG auf Anfrage. Seine Beobachtung hat er auch mit einem Post auf Facebook geteilt. In den Kommentaren dazu wird rege diskutiert, wie die Tiere gestorben sein könnten.

Während die meisten der Meinung sind, dass es in unseren Breitengraden mittlerweile zu kalt für die Tiere ist und sie wohl erfroren sein dürften, merkt eine Userin an, dass sich in der Nähe der Fundstelle ein 5G-Mast befindet: «An der Römerstrasse steht ein 5G-Mast. Zufall? Glaubt ihr allen Ernstes, dass mehrere Vögel an derselben Stelle währenddem sie fliegen und es 12 Grad warm ist, einfach erfroren sind?»

Verhungern oder Erfrieren naheliegend

Dass die Schwalben wegen des 5G-Mastes gestorben sind, ist laut einer Vogelpflegerin bei der Storch- und Vogelwarte in Möhlin AG unwahrscheinlich. Auf Anfrage erklärt sie, dass die Tiere erfroren sein könnten oder auch kein Futter mehr gefunden haben könnten. Denn: «Schwalben sind auf fliegende Insekten angewiesen, da sie sich im Flug ernähren.» Bei nasskaltem Wetter blieben diese aber aus. Vom Wetterumschwung seien ihrer Meinung nach die Schwalben in der gesamten Nordwestschweiz betroffen.

Auch die Schweizerische Vogelwarte in Sempach LU geht davon aus, dass das Wetter nördlich der Alpen die Schwalben am Weiterziehen gehindert hat: «Unsere Freiwilligen haben vermehrt Ansammlungen von Vögeln bemerkt. Dies könnte daran liegen, dass sie bei schlechtem Wetter nicht weiterziehen, sondern eine Rast einlegen», so Michael Schaad, Biologe der Vogelwarte.

Wohl kein Massensterben

Schwalben brüten in der Regel zweimal im Jahr, die Jungtiere verlassen nach etwa drei Wochen das Nest: «Der Wetterumschwung und der Zeitpunkt der jungen Vögel, die das Nest verlassen, hat sich dieses Jahr überschnitten.» Die Vogelpflegerin in Möhlin glaubt, es könnte sich dabei bereits um eine dritte Brut handeln, was bedeuten würde, dass der grössere Teil der Brut bereits ausgeflogen wäre. Sie spricht von «Abertausenden betroffenen Tieren».

Laut Schaad hingegen geht man an der Vogelwarte eher von Einzelfällen aus. Ihm sei kein Hinweis auf ein Massensterben bekannt. «Es handelt sich bei den toten Schwalben wohl um Tiere, die schwach waren und die Reise in den Süden möglicherweise sowieso nicht geschafft hätten, die jetzt mit der Wettersituation nicht umgehen konnten.» Er verweist ausserdem auf eine gewisse natürliche Sterblichkeit.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
100 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

keine Schwalben

01.10.2020, 18:22

Ich möchte nur bemerken, das in Rheinfelden Mauersegler leben und nicht mit Schwalben verwandt sind, also eine Zeitungsente!

ReclaimTheFacts

01.10.2020, 11:33

In anderen Fällen war die Vermutung, dass 5G die Ursache sein könnte, auch falsch, zum Teil wird sogar gezielt manipulative Desinformation betrieben, wie man auf dem Blog von ReclaimTheFacts (.com) nachlesen kann

nicknick

01.10.2020, 11:20

und die userin - hat sie ihren kommentar per telegramm eingereicht? oder auch über 4/5g netz?