Start des Suberg-Prozesses: Warum hat Fabian G. (27) seine Eltern erschlagen?
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Start des Suberg-ProzessesWarum hat Fabian G. (27) seine Eltern erschlagen?

Im November 2017 wurden in einem Einfamilienhaus in Suberg BE die Leichen eines Ehepaars gefunden. Der Sohn gestand wenig später, seine Eltern getötet zu haben. Nun wird ihm der Prozess gemacht.

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Fabian G.*, der Sohn des getöteten Ehepaars, muss sich ab Montag vor Gericht verantworten.

Fabian G.*, der Sohn des getöteten Ehepaars, muss sich ab Montag vor Gericht verantworten.

Er wurde einen Tag nach dem Auffinden der beiden Leichen in Suberg festgenommen.

Er wurde einen Tag nach dem Auffinden der beiden Leichen in Suberg festgenommen.

KEYSTONE
Diese wurden in einem Einfamilienhaus entdeckt.

Diese wurden in einem Einfamilienhaus entdeckt.

Arthur Sieber

Darum gehts

  • Fabian G.* hat vor drei Jahren seine Mutter und seinen Vater mit einer Kurzhantel erschlagen.

  • Kollegen beschrieben den 27-Jährigen als ruhigen Menschen. Was hat ihn zu dieser grausamen Tat getrieben?

  • Ab kommendem Montag muss sich Fabian G. vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland verantworten. Die Anklage lautet auf zweifachen Mord.

Fassungslosigkeit herrschte am 15. November 2017, vor ziemlich genau drei Jahren also, in der beschaulichen Seeländer Ortschaft Suberg (Gemeinde Grossaffoltern). In einem Einfamilienhaus am Brandholzweg wurden die Leichen von Hanspeter (65) und Béatrice G.* (61) gefunden. Das Ehepaar starb an einem Schädel-Hirn-Trauma infolge massiver stumpfer Gewalteinwirkung, wie die forensische Untersuchung später ergab. Mindestens 15-mal wurde den beiden jeweils mit einer Kurzhantel gegen den Kopf geschlagen.

Einen Tag nach dem Tötungsdelikt wurde Fabian G.*, der damals 24-jährige Sohn des Ehepaares, verhaftet. Er hatte nach der Tat das Elternhaus verlassen, war später in der Nacht aber zurückgekehrt und hatte selbst die Polizei alarmiert, ohne sich als Täter zu erkennen zu geben. Im Rahmen von Einvernahmen gestand der Mann die Tat. Er befindet sich seither in Haft.

Niemand ahnte etwas

Wie so oft bei Beziehungsdelikten hatte nach aussen nichts auf familiäre Spannungen hingedeutet. Sie habe die Mutter manchmal mit dem Hund gesehen und etwas mit ihr geplaudert, sagte eine Nachbarin nach der Tat zu 20 Minuten. «Sie hat immer nur in den höchsten Tönen von ihrem Sohn gesprochen. Er machte keine Probleme, soviel ich weiss.» Eine Arbeitskollegin beschrieb den mutmasslichen Täter als «sehr sympathisch und ruhig».

Ab kommendem Montag nun muss sich Fabian G. vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen zweifachen Mordes angeklagt. Dem Fall widmet sich ein Gremium aus fünf Richterinnen und Richtern, veranschlagt sind dreieinhalb Tage. Die Verhandlung hätte eigentlich bereits im letzten März stattfinden sollen, war jedoch Corona-bedingt vertagt worden.

*Name der Redaktion bekannt

Hast du Probleme mit deinen Eltern oder Kindern?

Hier findest du Hilfe:

Pro Juventute, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

(sul)

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