26.05.2015 09:09

ArbeitsteilungWarum Männer nicht in Baby-Sprache verfallen

Wenn Mütter mit ihren Babys sprechen, wird die Stimme höher und die Betonung ausgeprägter. Bei Vätern ist das anders. Und zwar aus gutem Grund.

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Mütter verfallen beim Sprechen mit ihren Kleinen in einen unverkennbaren Singsang, den Wissenschaftler «Motherese» nennen.

Mütter verfallen beim Sprechen mit ihren Kleinen in einen unverkennbaren Singsang, den Wissenschaftler «Motherese» nennen.

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Väter hingegen verändern ihre Intonation kaum. Sie sprechen mit den Kleinen eher wie mit einem Erwachsenen. Auf diese Weise ergänzen sich Eltern bei ihrer Rolle für den Spracherwerb der Kinder.

Väter hingegen verändern ihre Intonation kaum. Sie sprechen mit den Kleinen eher wie mit einem Erwachsenen. Auf diese Weise ergänzen sich Eltern bei ihrer Rolle für den Spracherwerb der Kinder.

Keystone/Michael Sohn

Höhere Stimme, stärkere Betonung und eine besondere Satzmelodie: Die Kommunikation zwischen Müttern und ihren Babys ist unverkennbar. Experten nennen das «Motherese». Es dient dazu, dem Nachwuchs zu helfen, Sprache zu verstehen und das Sprechen zu lernen.

Väter hingegen reden mit ihrem Nachwuchs wie mit kleinen Erwachsenen, wie Forscher um Mark VanDam an der Jahrestagung der Amerikanischen Akustischen Gesellschaft berichteten. Ein Manko sei das nicht – im Gegenteil.

Verkabelt und überwacht

Für seine Studie (hier als PDF herunterladbar) hatte das Team von der Washington State University mehrere Dutzend frischgebackene Mütter und Väter mit Mikrofonen ausgestattet. Damit dokumentierten sie die ganze Kommunikation eines Tages – sowohl das Sprechen mit dem Kind als auch mit anderen Erwachsenen.

Anschliessend analysierten sie die Aufnahmen mit Hilfe einer Spracherkennungssoftware und prüften, ob und wie sich Sprache und Stimmlage änderten, wenn die Eltern mit ihrem Kind sprachen.

Eltern ergänzen sich

Tatsächlich verfielen die Mütter in das typische «Motherese», wenn sie mit ihrem Nachwuchs sprachen. Bei den Vätern veränderten sich in diesem Fall zwar Satzbau und Wortwahl, aber die Babysprache benutzen sie nicht.

Damit erweisen auch die männlichen Bezugspersonen den Kleinen einen Dienst, vermuten die Forscher. So könnte die normalere Sprache der Väter eine Brücke bilden, die es den Kindern erleichtert, mit ungewohnten Sprechweisen in Kontakt zu treten. Kurz: Die Eltern ergänzen sich – was ihre Rollen beim Spracherwerb des Kindes angeht – perfekt.

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