Playoff-Final: «Warum nicht ein zweites Mal in Zürich gewinnen?»
Aktualisiert

Playoff-Final«Warum nicht ein zweites Mal in Zürich gewinnen?»

Ein Sieg fehlt dem HCD zum 31. Meistertitel. Stürmer Grégory Hofmann glaubt nicht, dass die Aussicht auf den grossen Coup hemmend wirkt.

von
Kai Müller

HCD-Stürmer Grégory Hofmann zum Sieg in Spiel 4 gegen die ZSC Lions. (Video: 20 Minuten)

Sie hatten keine Sekunde geführt. Waren zuerst einem 0:2-Rückstand nachgerannt, dann einem 2:3. Und am Ende? Ja, da jubelten sie, die Davoser. Zum dritten Mal in dieser mitreissenden Finalserie gegen die ZSC Lions. «Nach dem Break in Zürich wollten wir zuhause unbedingt gewinnen. Es war unglaublich mit unseren Fans. Wir haben heute viel Charakter gezeigt», sagte HCD-Stürmer Grégory Hofmann im Anschluss an den 4:3-Sieg nach Verlängerung.

Der Mann, der die Vaillant Arena zum Beben gebracht hatte, war Samuel Walser. Nach Vorarbeit von Marcus Paulsson bezwang er ZSC-Keeper Lukas Flüeler nach 6:40 Minuten Overtime und wurde zum Helden des Abends. Dies, nachdem die Davoser den Start völlig verschlafen und das Kombinationsspiel der Zürcher über sich ergehen lassen hatten. «Der Anfang war überhaupt nicht gut», sagte der Siegtorschütze, «aber nach dem 0:2 ging ein Ruck durch die Mannschaft.»

Angetan von Goalie Genoni

Die Davoser waren sich einig, dass Dario Simions Anschlusstor noch vor der ersten Pause den weiteren Verlauf der Partie stark beeinflusste. Simion, der bärenstark spielte, zeigte sich zwar erfreut über seinen Treffer und sprach ihm die Wichtigkeit nicht ab, verwies aber gleich auf jenen Teamkollegen, den er als noch viel wichtiger befand: Goalie Leonardo Genoni. «Er ist momentan unser bester Spieler. Ich hoffe, er macht so weiter.»

Die Bündner werden erneut einen starken Rückhalt brauchen, wollen sie bereits am Samstag im Hallenstadion den Meisterkübel stemmen. Hofmann erwartet «sehr aggressive» ZSC Lions, weiss aber, wie ihnen beizukommen ist. «Wenn wir defensiv kompakt spielen, viele Scheiben auf ihr Tor bringen und konsequent forechecken, haben sie Probleme. Das haben wir heute 40 Minuten gemacht und darum gewonnen.»

Der 22-Jährige ist sich im Klaren darüber, dass der letzte Schritt zum grossen Coup zur mentalen Herausforderung wird. Sorgen, dass dem HCD mit dem Titel vor Augen die Nerven flattern, hat er trotzdem nicht. «Wir brauchen noch einen Punkt, und der wird am schwierigsten zu holen sein. Aber die Lions sind auch unter Druck, sie müssen gewinnen», sagte Hofmann, ehe er nachschob: «Wir haben schon einmal in Zürich gewonnen. Warum sollte uns das also nicht ein zweites Mal gelingen?»

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