20 Dollar plus Porto : Warum nicht einfach ein wenig Mars-Erde kaufen?

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20 Dollar plus Porto Warum nicht einfach ein wenig Mars-Erde kaufen?

Kein Witz: US-Forscher produzieren im grossen Stil Mars-Erde und verkaufen diese jetzt. Das Ganze hat einen seriösen Hintergrund.

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Der Mars ist der erklärte nächste Schritt für die bemannte Raumfahrt, doch bis es so weit ist, gibt es noch einige wichtige Aspekte zu klären. Unter anderem, wie sich dort oben ...

Der Mars ist der erklärte nächste Schritt für die bemannte Raumfahrt, doch bis es so weit ist, gibt es noch einige wichtige Aspekte zu klären. Unter anderem, wie sich dort oben ...

epa/Usgs Handout
... Lebensmittel produzieren lassen. Fest steht bislang nur: Einfach wird es nicht, denn der Mars-Boden enthält eine Vielzahl chemischer Verbindungen, die auf die meisten irdischen Organismen toxisch wirken. (Im Bild: Szene aus dem Film «Der Marsianer – Rettet Mark Watney», 2015)

... Lebensmittel produzieren lassen. Fest steht bislang nur: Einfach wird es nicht, denn der Mars-Boden enthält eine Vielzahl chemischer Verbindungen, die auf die meisten irdischen Organismen toxisch wirken. (Im Bild: Szene aus dem Film «Der Marsianer – Rettet Mark Watney», 2015)

Twentieth Century Fox Film Corporation
Deshalb haben Forscher der University of Central Florida nun ein standardisiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich Mars-Erde künstlich erzeugen lässt. Diese nutzt das Team um Physiker Dan Britt nicht nur selbst, sondern verkauft sie auch für 20 Dollar pro Kilogramm plus Versandkosten.

Deshalb haben Forscher der University of Central Florida nun ein standardisiertes Verfahren entwickelt, mit dem sich Mars-Erde künstlich erzeugen lässt. Diese nutzt das Team um Physiker Dan Britt nicht nur selbst, sondern verkauft sie auch für 20 Dollar pro Kilogramm plus Versandkosten.

University of Central Florida

Bemannte Flüge zum Mars liegen noch in weiter Ferne, aber schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Denn bis es so weit ist, muss noch viel geforscht werden. Zunächst muss geklärt werden, ob Technik und Menschen zu einem solchen Unternehmen überhaupt in der Lage sind. Die offenen Fragen haben vor allem mit der langen Dauer der Reise zu tun (siehe Bildstrecke oben).

Doch es gibt auch bereits konkrete Projekte, die sich mit der Situation nach dem Ankommen auf dem roten Planeten beschäftigen. So haben etwa Forscher der University of Central Florida damit begonnen, Mars-Erde herzustellen, die dem echten Sediment nachempfunden ist. Und sie verkaufen sie sogar.

Essen auf dem Mars züchten

Was verrückt tönt, hat einen seriösen – und wichtigen – Hintergrund: Es soll Möglichkeiten des Überlebens in mehreren Millionen Kilometern Entfernung vom Heimatplaneten ausloten (siehe Box). Denn: «Wenn wir zum Mars wollen, werden wir Essen, Wasser und andere wichtige Dinge brauchen», erklärt Physiker Dan Britt in einer Mitteilung.

Mit der eigenhändig erschaffenen Mars-Erde sei es möglich, zu testen, welche Pflanzen und Tiere unter welchen Bedingungen im All gedeihen würden. Irdischer Boden ist dazu aufgrund seiner Beschaffenheit nicht geeignet. So enthält er deutlich weniger toxische Verbindungen als sein Pendant vom Mars.

Vorlage stammt von Curiosity

Damit künftige Mars-Reisende nicht wie im Film «Der Marsianer – Rettet Mark Watney» (2015) erst auf dem roten Planeten mit den Schwierigkeiten der Lebensmittelproduktion im All konfrontiert werden, haben Britt und seine Kollegen eine Methode entwickelt, mit der sich die Mars-Sedimente auf der Erde erzeugen lassen.

Die Formel der Forscher basiert auf der chemischen Zusammensetzung der Mars-Böden, die der Mars-Rover Curiosity analysiert hat.

Erstes standardisiertes Verfahren

Es ist nicht das erste Mal, das Wissenschaftler künstliche Mars-Erde erschaffen, doch bislang hatte jedes Team mit seiner eigenen Simulation gearbeitet. Dadurch waren die Ergebnisse wenig bis kaum miteinander vergleichbar.

Das soll sich mit dem standardisierten Verfahren der University of Central Florida nun ändern, wie es im Fachjournal «Icarus» heisst. Damit alle mit dem gleichen Ausgangsmaterial arbeiten können, verkaufen es die Forscher der University of Central Florida – für 20 Dollar pro Kilogramm plus Porto.

Das Angebot kommt offenbar an: Laut Angaben der Hochschule sind bereits 30 Bestellungen eingegangen. Darunter auch eine der Weltraumagentur Nasa. Eine halbe Tonne von dem auf der Erde geschaffenen Marsboden geht ans Kennedy Space Center.

US-Forscher verkaufen Mars-Erde

Kein Witz: US-Forscher produzieren im grossen Stil Mars-Erde und verkaufen diese jetzt. Das Ganze hat einen ernsten Hintergrund. (2.10.2018)

Mit ihrer Methode können die Forscher können Bodenarten herstellen, die auf dem Mars vorkommen. (Video: University of Central Florida)

So weit ist der Mars von der Erde entfernt

Die Entfernung zwischen unserem und dem roten Planeten schwankt gewaltig: Zwischen 56 und 401 Millionen Kilometern liegen zwischen den beiden. Das liegt daran, dass Erde und Mars auf unterschiedlich langen Umlaufbahnen um die Sonne kreisen: Während erstere dafür 365 Tage braucht, dauert eine Mars-Runde stattliche 687 Tage. Das ist auch für die Planung eines bemannten Raumflugs zum Mars relevant. Um einen solchen möglichst kurz zu halten, müssen Weltraumagenturen und Forscher ein geeignetes Zeitfenster abwarten. Mit der aktuellen Technik dauert die Anreise im besten Fall sechs bis acht Monate.

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