Gülsha kritisiert Büssi-Talkformat: «Warum noch einen rein männlichen Podcast?»
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Gülsha kritisiert Büssi-Talkformat«Warum noch einen rein männlichen Podcast?»

Schlagabtausch zwischen Schweizer Comedians auf Instagram: Dass SRF einen neuen Podcast mit drei Männern hat, führt zu einer hitzigen Geschlechterdiskussion.

von
kfi
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Mit diesem Instagram-Story-Post lanciert Gülsha Adilji am Donnerstag eine Debatte über den neuen SRF-Podcast «Quotenmänner».

Mit diesem Instagram-Story-Post lanciert Gülsha Adilji am Donnerstag eine Debatte über den neuen SRF-Podcast «Quotenmänner».

Nach Gülshas Insta-Story folgte ein reges Hin und Her zwischen Schweizer Comedians. Wir versuchen zu entwirren.

Nach Gülshas Insta-Story folgte ein reges Hin und Her zwischen Schweizer Comedians. Wir versuchen zu entwirren.

Mirjam Kluka/ZVG
Michael Schweizer, einer der drei «Quotenmänner» fordert Gülsha auf, eine Bewerbung zu schicken und wünscht ihr dafür «viel Glück». Gülsha klärt auf: Das sei als Strukturkritik zu verstehen und nicht als Missgunst.

Michael Schweizer, einer der drei «Quotenmänner» fordert Gülsha auf, eine Bewerbung zu schicken und wünscht ihr dafür «viel Glück». Gülsha klärt auf: Das sei als Strukturkritik zu verstehen und nicht als Missgunst.

Drei «Quotenmänner» sinnieren neuerdings in einem SRF-Podcast über die Schweiz und das Leben. So heisst das satirische Talkformat von Stefan Büsser (34) und den Comedy-Autoren Michael Schweizer und Aron Herz. Die erste Folge ist gerade erschienen und hat nun eine Geschlechterdiskussion entfacht.

«Ich verstehe wirklich nicht, weshalb die Menschheit einen weiteren rein männlichen Podcast benötigt», kritisiert Comedian und Moderatorin Gülsha Adilji (34) am Donnerstag auf Instagram. Und fordert eine Erklärung: «SRF please explain.»

«Es ist ist eine Strukturkritik»

Nicht der Sender hat darauf reagiert, sondern «Quotenmann» Michael Schweizer. «Hallo Gülsha, deine Bewerbung gerne an: ichwillaucheinenpodcast@srf.ch», antwortete er auf seinem Insta-Account. Und fügte an: «Viel Glück und liebe Grüsse, Michael.»

Gülsha wiederum stellte unter Schweizers Post klar: «Jesses Michi! Es ist eine Strukturkritik, keine Missgunst, um Gottes willen», antwortete sie in den Kommentaren. «Und ich käme sonst mal als Gast für Quotenverdichtung.»

«Hätte mir inhaltliche Kritik gewünscht»

Unterstützung bekommt sie von Berufskollegin Lisa Christ (28), die ihrerseits eine Erklärung von SRF forderte: «Yes pleeease explain.» In einem Story-Video führt sie weiter aus: «Vielleicht heisst ja dieser Podcast ‹Quotenmänner›, weil derjenige, der das gepostet hat, der ein Quotenmann ist, der immer noch nicht gecheckt hat, was strukturelle Diskriminierung ist und was das heisst. Und warum der Post von Gülsha keine persönliche Beleidigung ist, sondern einfach ein Hinweis auf Strukturen, die sich 2019, fast 2020 endlich geändert haben sollten», so die Slam-Poetin und Autorin.

Auch Büssi hat sich in die Diskussion eingeschaltet. «Liebe Gülsha», schreibt er seine Kollegin direkt an. Und holt zu einem ausführlichen Antwort-Post aus. «Die Welt braucht grundsätzlich gar keine Podcasts.» Die «mitunter besten und erfolgreichsten Podcasts bei SRF» würden von Frauen produziert. «Ich hätte mir eine inhaltliche Kritik von dir gewünscht, zum Beispiel, was du von unseren drei weiblichen Comedians hältst, die wir im Podcast empfehlen», so Büsser weiter.

Community diskutiert mit

Er forderte seine Community zudem zu einer «konstruktiven Kritik und sachlichen Diskussion» auf. Zahlreiche haben die Plattform darauf genutzt und ihre Meinung kundgetan. Büssis Reaktion sei eine «treffende, sachliche und vorbildliche Antwort auf übertriebenes und unverständliches Mimimi», schrieb beispielsweise ein User. Ein anderer findet den Podcast zwar «inhaltlich genial, aber ihr seid halt drei Männer. Das geht gar nicht.»

Comedian Patti Basler (43) gibt unter dem Post zu bedenken: «Wenn man sich ironischerweise ‹Quotenmänner› nennt, muss man natürlich damit rechnen, dass man ebenso ironisch zur Notwendigkeit von Männerquoten befragt wird.» Gülshas Frage sei «kein Mimimi», nur eine Frage. Dass das gewissen Menschen «auf die Eier» gehe, müsse wohl so sein. «Auf die Eierstöcke gehts ja auch schon lang.»

Auf Anfrage von 20 Minuten weist das SRF darauf hin, dass man zahlreiche Podcasts von und mit Frauen im Angebot habe. «Männer genauso wie Frauen dürfen ihre Podcast-Konzepte jederzeit einreichen, damit wir diese prüfen können», so Susanne Witzig, Programmentwicklerin und Projektleiterin von «Quotenmänner». «In diesem konkreten Fall waren es Stefan Büsser, Michael Schweizer und Aaron Herz – also drei Männer – die die Idee zu diesem Podcast hatten und ein entsprechendes Konzept eingereicht haben.»

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