20.11.2020 08:16

Partnerin nach tödlichem Einsatz in Suhr AG«Warum schiesst man fünf Mal auf ihn?»

Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten in Suhr AG soll die 37-jährige Lebenspartnerin des Opfers Drohungen ausgesprochen haben. Nun spricht die Aargauerin über den verhängnisvollen Abend.

Am Dienstagabend kam es zu einem erneuten Polizeieinsatz in Suhr AG.

Darum gehts

  • C. T. ist am Montag bei einem Polizeieinsatz in Suhr AG mit fünf Schüssen getötet worden.

  • Der 68-Jährige ging mit einem Messer auf einen Polizisten los.

  • Jetzt spricht seine Partnerin.

Am Montagabend wurde C. T.* bei einem Polizeieinsatz tödlich verwundet. Am Dienstag kam es in Suhr erneut zu einem Grosseinsatz der Polizei. Ein Sonderkommando der Kantonspolizei Aargau rückte ins Wohngebiet aus. Die Lebenspartnerin von C. T. soll eine Amokdrohung ausgesprochen haben. Sie wurde in eine fürsorgerische Unterbringung gebracht.

Nun ist die 37-Jährige wieder zu Hause und spricht über die Vorfälle. Sie sei in der Klinik nicht so schlimm eingestuft worden, sagt die Aargauerin zum «Blick». Deshalb habe sie wieder gehen können. Auch über den Tod ihres Partner spricht sie: C. T. soll ihr gegenüber mit Suizid gedroht haben. Daraufhin habe sie die Polizei gerufen. «Im Nachhinein werfe ich mir vor, dass ich schuld bin», sagt sie.

«Musste zusehen, wie mein Schatz erschossen wurde»

Beim Polizeieinsatz wurde C. T. tödlich verletzt. Ein Video des Einsatzes liegt 20 Minuten vor: «Jetzt chumi», schreit ein Mann. «Messer weg!», ruft ein anderer. Dann fallen fünf Schüsse. Die 37-Jährige sagt, ihr Lebenspartner habe das Messer immer nur gegen sich gerichtet.

Die Frau erlebte den Polizeieinsatz am Montag aus nächster Nähe mit. Sie sei ganz in der Nähe gestanden, als die Schüsse fielen. «Ich musste zusehen, wie mein Schatz erschossen wurde! Warum schiesst man fünf Mal auf ihn? Fünf Mal?», sagt sie zum «Blick». Auf dem Polizeiposten habe sie vom Tod ihres Lebenspartners erfahren. «Da habe ich eine Scheibe eingeschlagen.»

Trauer überwiegt

Von einer Amokdrohung will die 37-Jährige nichts wissen. Ihre Worte seien verdreht worden. Sie sei nicht jemand, der Amok läuft, sagt sie. Bei der Festnahme habe sie sich nicht gewehrt. Derzeit überwiege die Trauer über ihren verlorenen Partner. «Sein letzter Wunsch war, dass seine Asche per Helikopter über dem Wallis verstreut wird», sagt sie.

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Beim Opfer handelt es sich um den 68-jährigen C.T.

Beim Opfer handelt es sich um den 68-jährigen C.T.

Er wohnt im Quartier, wo der Polizeieinsatz stattfand.

Er wohnt im Quartier, wo der Polizeieinsatz stattfand.

Am Morgen zeugt Absperrband vom Einsatz in der Nacht.

Am Morgen zeugt Absperrband vom Einsatz in der Nacht.

sac

Am Montagabend wurde C. T.* bei einem Polizeieinsatz tödlich verwundet.

Video: 20 Minuten

Trauerst du oder jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirche

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Tel. 147

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