Dermaplaning – sollten sich Frauen das Gesicht rasieren?
Sich das Gesicht zu rasieren, ist jetzt ein Lifestyle.

Sich das Gesicht zu rasieren, ist jetzt ein Lifestyle.

tryjill.com
Publiziert

Experte über DermaplaningWarum sich junge Frauen gerade das Gesicht rasieren

Gesichtsrasur war lange Menschen mit Bartwuchs vorbehalten. Doch dank Tiktok greifen immer mehr Frauen zur Klinge. Wir haben einen Dermatologen gefragt, was dahinter steckt.

von
Malin Mueller

Hast du in letzter Zeit mal Tiktok geöffnet? Dann bist du bestimmt auch schon über Videos von Dermaplaning im Selbstversuch gestolpert – eine Prozedur, bei der man mit Präzisionsrasierern den feinen Flaum vom Gesicht entfernt.

Grund dafür sind die Erfolge, die das Treatment verspricht: Auf der babyglatten Haut soll Make-up makelloser sitzen und Produkte besser einwirken. Den Glow gibts gratis dazu.

Allerdings muss für den Trend eine messerscharfe Klinge über unser Antlitz gleiten. Irgendwie beängstigend. Und wachsen die Haare nicht dicker nach? Wir haben mit Dr. med. univ. Walter Scholz, Dermatologe beim Zürcher Kosmetik Institut Fine Skin, darüber gesprochen, ob sich Dermaplaning lohnt.

Wo kommt der Trend zum Dermaplaning plötzlich her?

«Expertinnen und Experten in der Schweiz bieten Dermaplaning etwa seit 2014 an», verrät Dr. Scholz. In Japan sei die Gesichtsrasur bei Frauen allerdings schon seit Jahrhunderten bekannt. Später sollen Marylin Monroe und Elizabeth Taylor Anhängerinnen gewesen sein. Dass die Behandlung aktuell wieder einen Hype erlebt, verdanken wir wie so oft den sozialen Netzwerken, die uns vormachen, wie es allein zu Hause geht – vermeintlich.

Ist an den Effekten etwas dran?

Der Experte ist Fan: «Tatsächlich macht eine professionell durchgeführte Rasur die Haut besonders aufnahmefähig für Pflege, geschmeidig und lässt sie strahlen». Letzteres liege vor allem am Peeling Effekt: Durch die Klingen der Rasierer wird nicht nur der feine Flaum auf der Haut entfernt, sondern auch abgestorbene Zellen und Ablagerungen. Das klingt tatsächlich verlockend.

Für wen ist es geeignet?

«Pickel, Akne und Hautkrankheiten wie Ekzeme sind ein No-Go, wenn man sich an Dermaplaning versuchen will. Und auch sehr empfindliche Hauttypen sollten vorsichtig sein», warnt der Dermatologe. Alle anderen können laut Dr. Scholz unbesorgt sein – vorausgesetzt, die Behandlung wird von einem Profi durchgeführt. Auch die Angst, dass die Haare im Anschluss stärker nachwachsen, sei unbegründet: «Das Haarwachstum findet in den Wurzeln statt, nicht in den Spitzen. Die Rasur hat keinen Einfluss darauf.»

Wie sieht es mit anderen Risiken aus?

«Bei sehr empfindlichen Hauttypen kann es beim Dermaplaning schnell zu Rötungen oder Ausschlägen kommen, daher rate ich ihnen davon ab. Wenn die Gesichtsbehaarung ausserdem recht stark und dunkel daherkommt, können einzelne Härchen einwachsen und sich Pickelchen bilden», führt Dr. Scholz aus.

«Genau deshalb ist der Gang zu einem Profi wichtig. Er oder sie kann einschätzen, welche Risiken bestehen und ob der jeweilige Hauttyp geeignet ist. Führt man die Technik zu Hause durch, kann es zudem schnell zu Schnittverletzungen im Gesicht kommen.» Kurzgesagt: Das Gegenteil von #Skingoals.

Fazit zum Dermaplaning zu Hause

Also sollten wir daheim lieber die Finger von Dermaplaning lassen? «Definitiv», so Dr. Scholz. «Selbst wenn man sich nicht verletzt, werden sich niemals die gleichen Effekte einstellen wie beim Dermatologen oder der Dermatologin. Für einen optimalen Effekt ist eine Hautanalyse, eine individuelle Behandlung sowie die richtige Nachsorge unabdingbar.» Wir legen die Klinge für den Heimgebrauch also wieder beiseite und streicheln über unsere Pfirsichhaut an den Wangen – Flaum inklusive.

Was hältst du vom Dermaplaning-Trend? Hast du ihn sogar schon ausprobiert? Oder würdest du dich das nicht trauen? Diskutiere in den Kommentaren mit!

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

12 Kommentare