Krieg in der Ukraine : Jede dritte junge Person sieht sich als Putin-Versteher

Aktualisiert

Krieg in der Ukraine Jede dritte junge Person sieht sich als Putin-Versteher

Nach dem Bild von David und Goliath wäre die Meinung zum Krieg in der Ukraine schnell gemacht. Nicht so bei jungen Erwachsenen, sie können sich oft für Putins Strategie erwärmen. 

von
Philippe Coradi
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Man sieht ihm nur bis zur Stirn: Junge Erwachsene sympathisieren mit Putins Motiven im Ukraine-Krieg mehr als Menschen im Rentenalter. 

Man sieht ihm nur bis zur Stirn: Junge Erwachsene sympathisieren mit Putins Motiven im Ukraine-Krieg mehr als Menschen im Rentenalter. 

via REUTERS
Je älter die Person, desto mehr nimmt die Skepsis gegenüber Wladmir Putin zu.

Je älter die Person, desto mehr nimmt die Skepsis gegenüber Wladmir Putin zu.

Tamedia-Zeitungen
In den USA glauben auch 20 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass Russland nicht gezielt tote Zivilisten in Kauf nimmt. 

In den USA glauben auch 20 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass Russland nicht gezielt tote Zivilisten in Kauf nimmt. 

REUTERS

Darum gehts 

Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon bald zwei Monate. Auf der einen Front Russland mit Putins Armee, auf der anderen die Ukraine. Zeit genug, um sich eine Meinung über die zwei Parteien zu bilden, wer hier Aggressor, Opfer, Verantwortlicher oder Schuldiger ist?

Mit dem Alter steigt die Skepsis gegenüber Putin 

Das muss jede Leserin selbst für sich beantworten. Eine repräsentative Umfrage der Tamedia-Zeitungen zeigt jedoch auf, dass vor allem junge Menschen  im Alter von 18 bis 34 Jahren offenbar mit Putin und seiner Strategie sympathisieren. In dieser Gruppe können 40 Prozent zumindest Putins Motive verstehen, in der Alterskategorie über 65 sind es nur 14 Prozent (Alle Zahlen siehe Grafik in der Bildstrecke).

Je älter die Personen, desto mehr nimmt diese Sympathie ab. Dasselbe Bild zeigt auch ein Umfrage des «Economist»: Sie fragten mit Bezug auf den Krieg in den Ländern USA, Grossbritannien und Frankreich «Mit wem sympathisieren Sie mehr?». Auch hier können sich Junge viel eher für Putin erwärmen als die Menschen über 65. In den USA glauben auch 20 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass Russland nicht gezielt tote Zivilisten in Kauf nimmt. 

Medienkonsum und Corona als Gründe

Im «Tages-Anzeiger» sprechen denn auch zwei junge Männer über ihrer Ansichten. Die Nato sei «imperial» und der USA dienend sagt einer, der zweite erachtet Putin wohlwollend als Patrioten. Den Krieg an sich verurteilen aber beide. 

Warum ist das so?  Der Politologe Michael Hermann sieht einen Grund im Medienkonsum Junger. Während ältere Personen eher Zeitungen lesen und die Tagesschau sehen, holen sich Junge ihre Informationen direkt aus dem Internet und Social Media. 

Das allein wird wohl nicht als Argument genügen. Ein weiterer Grund für die Skepsis gegenüber Putin liegt auch darin, dass die ältere Generation das Bestehen und den Zerfall der Sowjetunion miterlebt haben. 

Laut Hermann könnten laut dem «Tagi» Nachwehen der Corona-Pandemie einen Unterschied machen. Junge hätten die Einschränkungen härter getroffen und dadurch eine gewisse Staatskepsis entwickelt. 

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