US-Wahlen 2008: Warum sich Novartis auf Obama freuen kann
Aktualisiert

US-Wahlen 2008Warum sich Novartis auf Obama freuen kann

Noch ist offen, wer das Rennen um das Amt des US-Präsidenten machen wird - der Demokrat Barack Obama oder der Republikaner John McCain. Aber schon jetzt lässt sich sagen, wer an der Börse zu den Gewinnern zählen wird.

Obwohl Wall Street grundsätzlich unparteiisch ist, können schon jetzt klare Sieger und Verlierer der Präsidentschaftswahl ausgemacht werden. Und zwar aufgrund der Wahlprogramme der Kandidaten. Dies zumindest behauptet eine Studie der Zürcher Kantonalbank.

Die Wahlinhalte dürften mit erheblicher Verzögerung umgesetzt werden, denn als Folge der Finanzkrise werden die Steuereinnahmen sinken. Das Rettungspaket von 700 Milliarden Dollar und die gegen 80 Prozent steigende Staatsverschuldung gemessen am BIP werden den Handlungsspielraum des neuen Präsidenten deutlich einschränken. Angesicht dieser Tatsachen scheint die angestrebte Steuersenkung von John McCain kaum durchsetzbar.

Präsident: Barack Obama

«Change» ist das Motto von Barack Obama. Von einem Sieg würden vor allem Unternehmen aus dem Bereich alternative Energien profitieren – First Solar (Solartechnik), SunPower (Solartechnik), FPL Group (Windenergie) und Covanta (Bioenergieanlagen). Laut Wahlprogramm will Obama rund 150 Milliarden Dollar in diese Sparte investieren. Zu den Gewinnern würden auch das Bildungswesen und die Generika-Industrie gehören - also auch Novartis als einer der weltgrössten Player der Branche. Die Bauindustrie dürfte sich auf die angekündigten Investitionen in die Infrastruktur freuen.

Eine künftige demokratische Administration will sich auch für die ärmere Bevölkerung einsetzen. Damit würden Discounter profitieren wie Family Dollar Stores. Weiter soll unter Präsident Obama jedermann krankenversichert sein. Davon würden Spitäler und andere medizinische Einrichtungen wie Community Health Systems profitieren.

Präsident: John McCain

Anders als sein Konkurrent setzt McCain auf die traditionelle Energieversorgung – Öl, Gas und Kohle –und lehnt Atomenergie nicht ab. Profitieren würden davon die Unternehmen ExxonMobil (Öl/Gas), Peabody Energy (Kohle), General Electric (Kraftwerksbau), Schlumberger (Ölservice) und Cameco (Uranproduktion).

Die bisherige Politik soll nicht grundsätzlich umgekrempelt werden. Das wird Unternehmen wie Pfizer (Pharma), Bristol-Myers Squibb (Pharma), Raytheon (Rüstung), Boeing (Flugzeuge/Rüstung), Textron (Rüstung) und Altria (Tabak) freuen. McCain will weniger Regulierungen, was die Finanzindustrie begrüsst. Auch Luxusgüterunternehmen wie Tiffany & Co könnten sich freuen, denn McCain will hohe Einkommen entlasten.

(scc/zac)

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