Unterschiedliche Zuschläge: Warum Sie achtmal mehr als Ihr Sitznachbar zahlen

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Unterschiedliche ZuschlägeWarum Sie achtmal mehr als Ihr Sitznachbar zahlen

Die Swiss lässt Economy-Passagiere bei gleicher Strecke und Ticketklasse unterschiedlich viel Zuschlag bezahlen. Das Konsumentenforum ist empört.

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Unterschiedliche Zuschläge: Bezahlt mein Sitznachbar gleich viel?

Unterschiedliche Zuschläge: Bezahlt mein Sitznachbar gleich viel?

Waren Sie kürzlich mit der Swiss in London, Paris oder Wien? Wie viel Treibstoffzuschlag haben Sie bezahlt? Gemäss Recherchen der «SonntagsZeitung» variiert der sogenannte internationale Zuschlag auf Swiss-Flügen: Auf wichtigen Europastrecken beträgt er zwischen 10 und 80 Franken. Es ist also gut möglich, dass Sie bis zu achtmal mehr für den Treibstoff bezahlt haben als ihr Sitznachbar. Dabei ist es egal, ob sie nur mit Handgepäck fliegen, ein klassisches Economy-Ticket oder ein flexibel umbuchbares Ticket gekauft haben.

«Der sogenannte internationale Zuschlag diskriminiert Kunden und entbehrt jeglicher Logik», ärgert sich ein Reisebüroinhaber, der anonym bleiben will. Auch das Konsumentenforum kritisiert das Tarifsystem der Swiss. «Der Flugtarif mag unterschiedlich sein, bei Gebühren und Zuschlägen müssen Passagiere aber gleich behandelt werden», sagt Präsidentin Babette Sigg Frank dem Blatt. Der internationale Zuschlag müsse «endlich transparent» gemacht werden.

Swiss biete «sehr attraktive Preise im Markt»

Bei der Swiss heisst es gemäss «SonntagsZeitung», dass der Zuschlag grundsätzlich 40 Franken betrage. Das Modell habe man aber bei «einigen Destinationen adjustieren müssen». Nur so seien die günstigen Economy-Light-Tarife möglich.

Wie der internationale Zuschlag genau berechnet wird, ist nicht bekannt. Er werde nicht nur für den Treibstoff erhoben, deshalb werde er bei fallenden Ölpreisen auch nicht angepasst, argumentiert die Airline. Für Kunden sei der Endpreis entscheidend – man biete «sehr attraktive Preise im Markt».

Vernebelungsstrategie

Der anonyme Reisebüroinhaber plädiert für die Abschaffung des Zuschlags. Gemäss Preisüberwacher Stefan Meierhans kann man rechtlich jedoch wenig gegen die Ungleichbehandlung machen. Zwar fahre die Swiss eine Vernebelungsstrategie. «Am Ende ist aber immer die Frage, ob sich die Kunden das bieten lassen – oder nicht.»

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