Talk mit Vincent Ducrot: Warum sind die Züge so voll? «Wir haben keine Reserven mehr»
Publiziert

Talk mit Vincent DucrotWarum sind die Züge so voll? «Wir haben keine Reserven mehr»

Rekordverlust, Corona und Staatshilfe: Vincent Ducrots erstes Jahr als SBB-Chef war turbulent. Im Gespräch mit 20 Minuten stellte er sich den Fragen der Community.

von
Sandro Spaeth
Fabian Pöschl

Das Interview mit SBB-Chef Vincent Ducrot in voller Länge.

20min/T. El Sayed

Darum gehts

  • SBB-Chef Vincent Ducrot stellte sich den Fragen der 20-Minuten-Community.

  • 20 Minuten besuchte den Bähnler im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro».

  • Die wichtigsten Fragen und Antworten siehst du hier in den Videos.

Die Corona-Krise hat die SBB kräftig durchgeschüttelt. Wegen Homeoffice rasselten die Passagierzahlen um ein Drittel herunter. Die Folge war ein Rekordverlust für den Bahnbetrieb. Das Steuer als neuer SBB-Chef übernahm im April mitten in der Krise Vincent Ducrot.

20 Minuten traf ihn zum Talk am SBB-Hauptsitz in Bern. Im Rahmen der Reihe «Live aus dem Chefbüro» nahm er Stellung zu den Fragen der 20-Minuten-Community. Ducrot sagt, wie sich der Konzern im Homeoffice führen lässt und welche Staatshilfe die SBB braucht. Das Interview fand unter den Corona-Schutzmassnahmen inklusive Plexiglas-Scheibe statt.

Die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Livechat siehst du hier in den Videos:

«Mein Sohn platzte in die Videokonferenz»

Wie lässt sich eine Firma mit 33’000 Mitarbeitenden im Homeoffice führen? SBB-Chef Ducrot führt im Durchschnitt 13 Videokonferenzen pro Tag.

«Es braucht Staatshilfe»

Wie hoch müssten die Ticketpreise sein, damit die SBB ohne Bundessubventionen auskommt? «Das ist unmöglich», sagt Ducrot. Die SBB bekommt rund 800 Millionen Franken für den Regionalverkehr.

«Corona wird die SBB 2 Milliarden Franken kosten»

Muss die öffentliche Hand Löcher stopfen? «Wir brauchen einen Liquiditätsschub», sagt Ducrot. Dafür sei man in Gesprächen mit dem Bund.

«Wir dürfen kein Essensverbot aussprechen»

Warum setzt das SBB-Personal die Schutzmassnahmen in den Zügen nicht richtig durch? «Das ist nicht Aufgabe der Zugbegleiter. Nur die Polizei kann das kontrollieren», sagt Ducrot.

«Wenn sich alle vor dem Einsteigen ihre Hände waschen, kollabiert das System»

Weshalb hat es bei den Zugseingängen keine Desinfektionsmittelspender? «Die Wartezeiten vor den Zügen wären viel zu lange, die Verspätungen würden sich immer wieder kumulieren», sagt Ducrot.

«Wir wollen Gleichberechtigung»

Warum hat die SBB das Studenten-GA gestrichen? Wir wollten Gleichberechtigung und haben den Preis für alle in dem Alter reduziert, nun profitiert eine viel grössere Menge von tieferen Preisen», so Ducrot.

SBB während Stunden offline

Der SBB machen nicht nur der Rekordverlust und die Folgen der Corona-Massnahmen zu schaffen. Auch die IT verursacht immer wieder Probleme. Vergangene Woche waren die Systeme gleich zweimal schweizweit lahmgelegt. Wie schon am Montag funktionierten am Freitag weder die Website noch die Billett-Automaten oder die App. Auch die Anzeigetafeln an den Bahnhöfen fielen aus, wie Bilder von News-Scouts belegen. Am frühen Abend waren dann die meisten Störungen wieder behoben.

Deine Meinung

350 Kommentare