«Hätte Schlägerei gegeben»: Warum wurde das Plakat nicht entfernt?
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«Hätte Schlägerei gegeben»Warum wurde das Plakat nicht entfernt?

Das Transparent mit der Aufschrift «Tötet Erdogan mit seinen eigenen Waffen» sorgt für Furore. Organisatoren erklären, warum man es nicht schon während der Kundgebung entfernt hat.

von
jen
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Stein des Anstosses: Das Transparent mit der Parole: «Bringt Erdogan mit seinen Waffen um!» Das Plakat passt der Regierung in Ankara nicht in den Kram. (25. März 2017)

Stein des Anstosses: Das Transparent mit der Parole: «Bringt Erdogan mit seinen Waffen um!» Das Plakat passt der Regierung in Ankara nicht in den Kram. (25. März 2017)

Keystone/Peter Klaunzer
«Für die Demokratie in der Türkei!»: Demonstranten bei der Kundgebung in Bern. (25. März 2017)

«Für die Demokratie in der Türkei!»: Demonstranten bei der Kundgebung in Bern. (25. März 2017)

Keystone/Peter Klaunzer
«Nein zu Erdogan heisst Nein zum Krieg»: Die rund 5000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wehren sich gegen die Politik des türkischen Präsidenten.

«Nein zu Erdogan heisst Nein zum Krieg»: Die rund 5000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wehren sich gegen die Politik des türkischen Präsidenten.

Keystone

Friedlich demonstrierten am Samstag Tausende auf dem Bundesplatz für «Freiheit, Frieden, Rechtsstaat und Demokratie in der Türkei». Doch statt um die Lage in der Türkei dreht sich die Diskussion nun um ein umstrittenes Transparent. Inhaltlich hat sich die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) auf ihrer Facebookseite dazu bekannt. Die Berner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Aufrufs zur Gewalt.

Peter Hug, internationaler Sekretär der SP, hat die Kundgebung mitorganisiert. Er ist konsterniert über das Transparent – und dessen Wirkung. «Es ist völlig unangemessen, wir distanzieren uns klar.» Hug ist frustriert, «dass die autonomen Antifa-Kreise damit unsere Botschaft für Frieden und Freiheit missachtet haben».

«Wir wollten Gewalt vermeiden»

Der SP-Sekretär stand in engem Kontakt mit dem 150 Personen umfassenden Sicherheitsdienst der Demonstration. Warum entfernten sie das Transparent nicht, als sie es bemerkt hatten? «Das war nicht möglich, es hätte eine Schlägerei gegeben», sagt Hug. Deshalb habe die Demonstrationsleitung auch nicht die Polizei zum Eingreifen auffordern können. «Wir wollten Gewalt inmitten einer grossen und friedlichen Demonstration unbedingt vermeiden.»

In diesem Punkt zeigt der Stadtberner Polizeidirektor Reto Nause (CVP) Verständnis: «Die Frage, ob die Einsatzleitung der Polizei, mitten in einer Demonstration, die friedlich verlief, hätte intervenieren sollen, ist eher rhetorischer Natur.» Die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) und die Autonomen waren nicht Teil des Bündnisses, das die Demonstration organisiert hatte, sagt Hug: «Wir haben intensive Gespräche mit ihnen geführt und sie auf die grosse Bedeutung hingewiesen, dass die Kundgebung friedlich und ohne Provokationen durchgeführt werden kann.»

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

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