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SPONSOREDWas bei Grabschen, verbalen Attacken und Catcalling hilft

Ob im Tram, im Gym oder auf der Strasse: Die meisten Frauen sind schon auf die eine oder andere Art belästigt worden. Zusammen mit L’Oréal Paris und der NGO Hollaback! zeigen wir dir, wie du dich in solchen Situationen wehren oder Betroffenen helfen kannst.

von
Irène Schäppi
17.12.2020

Ich erinnere mich daran, als ob es gestern passiert ist: Es ist kurz vor sieben Uhr am Abend und ich stehe – mit meiner Yoga-Matte und einer Trainings- und Handtasche – im vollgepackten 8er-Tram Richtung Helvetiaplatz. Plötzlich spüre ich eine Hand an meinem Hintern. Als ich mich umdrehe, sehe ich einen älteren Mann hinter mir stehen, der nur mit den Schultern zuckt: «S’hätt halt kei Platz, gell?» Als ich ihm darauf ein «Gaht’s na!» entgegne, wird er ausfällig: «Du blöds Tussi bisch selber schuld, wenn du so viel Platz bruchsch!» ist eine der weniger schlimmen Antworten, die ich darauf von ihm erhalte.

Niemand ist eingeschritten

Denn sich für seine unangebrachte Aktion zu rechtfertigen oder gar zu entschuldigen, kommt dem Typen nicht in den Sinn. Im Gegenteil. Die Beschimpfungen gehen weiter: «Du dummi Schlampe! Musch gar nöd so wichtig tue i dim enge Trainingshösli!» Welche weiteren, ziemlich üblen Worte ich mir noch habe anhören müssen, möchte ich dir (und mir) an dieser Stelle ersparen.

Die anderen Leute im Tram waren währenddessen plötzlich ganz intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigt oder haben hochkonzentriert aus dem Fenster geschaut. Das hat mich, abgesehen von der ekligen Attacke, noch mehr fertig gemacht. Und zwar dermassen, dass ich am Helvetiaplatz nur so aus dem Tram gestürzt und in Tränen der Wut ausgebrochen bin. Dazu überrollte mich ein Gefühl von Scham.

86% wissen nicht, was sie tun sollen, wenn sie Belästigung in der Öffentlichkeit beobachten

Scham jedoch nicht nur wegen diesen schlimmen Beschimpfungen, die mir noch heute sehr präsent sind. Vielmehr habe ich mich geschämt, weil ich – ehrlich gesagt – als Zuschauerin einer solchen Situation wohl selbst auch nicht genau gewusst hätte, wie ich hätte einschreiten können.

Das geht nicht nur mir so. Eine internationale Umfrage, die L'Oréal Paris mit dem Marktforschungsunternehmen Ipsos und Forschern der amerikanischen Cornell-Universität mittels Online-Interviews in acht verschiedenen Ländern im April 2019 führte, hat nämlich ergeben, dass 86% der Bevölkerung keine Ahnung haben, wie sie reagieren sollen, wenn sie Belästigung in der Öffentlichkeit beobachten.

Initiative «Stand Up» gegen Belästigung in der Öffentlichkeit

Weil diese Unwissenheit mehr als heftig ist, hat das französische Kosmetikunternehmen L’Oréal Paris zusammen mit der Non-Profit-Organisation Hollaback! die Initiative «Stand Up» gegen Belästigung in der Öffentlichkeit gegründet. Auf der Auf der Webseite www.standup-international.com kannst du bei einem Trainingsprogramm mitmachen, wo du mittels der 5D-Taktik lernst, Belästiger abzuschrecken, Opfer zu unterstützen und dich dadurch ermutigst, bei einer solchen Situation einzuschreiten.

Die 5Ds Methode steht für: Direct – ansprechen, Distract – ablenken, Delegate – andere hinzuziehen, Delay – aufschieben oder Document – Dokumentieren. Beim letzten D ist es wichtig, dass du das Bild oder Video ohne die Erlaubnis der betroffenen Person nie online stellst.

Ob in Form eines digitalen Trainings oder Webinars, «Stand Up» zeigt dir viele Beispiele, die dir dabei helfen können. Tipp: Bevor du die 5Ds kennenlernst, mach dir bewusst, dass du je nach Situation möglicherweise ein anderes D verwenden musst. Es ist wichtig, dass du dich immer sicher fühlst, bevor du eingreifst.

Und, sollte es dir anfangs schwer fallen, selbst einzuschreiten, findest du auf der Website auch Tipps, wie du als Zeuge oder Zeugin oder als betroffene Person reagieren kannst – wie etwa jemanden um Hilfe zu bitten. Oder dein Smartphone zücken und den Belästiger filmen.

Wofür du dich hierbei immer entscheidest: Ganz wichtig ist, in so einer Situation auf deinen Instinkt zu vertrauen und zu reagieren. Ich für meinen Teil habe es definitiv vor. In diese Sinne: Lass uns künftig zusammen einschreiten, denn #westandup.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit L'Oréal Suisse SA.

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