Elektronik: Was beim Computer im Kopf vorgeht
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ElektronikWas beim Computer im Kopf vorgeht

Forscher des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der Universität Freiburg haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich magnetische Vorgänge in Leseköpfen von Computerfestplatten beobachten lassen. Computer könnten damit rascher und handlicher werden.

Die Forscher untersuchten elektronische Bauelemente, die nicht nur die elektronische Ladung der Elektronen nutzen, die den Strom transportieren, sondern auch deren magnetisches Moment, den so genannten Spin. Solche Elemente werden zum Beispiel in den Speichern von Computern oder MP3-Playern verwendet.

Wie das PSI und die Universität Freiburg mitteilten, schossen die Forscher in das Bauteil gezielt Myonen ein - Elementarteilchen, die Magnetfelder an ihrem Aufenthaltsort anzeigen können. Myonen, die so langsam sind, dass sie in den Bauelementen stecken bleiben, können laut dem Communiqué nur am PSI hergestellt werden.

Keine Standardmethode

Die im Fachmagazin «Nature Materials» veröffentlichte Studie zeigte, dass die magnetische Ausrichtung der Elektronen entscheidend ist dafür, wie gut der Lesekopf funktioniert. Vor allem aber wurde deutlich, dass solche Experimente mit Myonen tatsächlich helfen können, die Vorgänge in solchen Bauteilen zu verstehen.

Laut den Forschern wird die neu entwickelte Methode kaum je zu einer Standardmethode, mit der die Computerindustrie die Qualität ihrer Leseköpfe untersuchen wird. Dazu ist das Verfahren zu aufwendig. Es werde aber helfen, grundsätzliche Fragen zu verstehen.

Diese Grundlagen wiederum geben der Industrie Hinweise darauf, wie sie die Bauteile weiterentwickeln kann. Die Festplattenspeicher könnten so dank des Verfahrens auf lange Sicht noch rascher werden und auf kleinerem Raum noch mehr Daten sammeln. (sda)

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