Kindsmissbrauch, Vergewaltigung – Was Christian B. 2022 blüht – und was im Fall Maddie McCann geht
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Kindsmissbrauch, Vergewaltigung Was Christian B. 2022 blüht – und was im Fall Maddie McCann geht

Der Hauptverdächtige im Fall des verschwundenen britischen Mädchens Maddie McCann sitzt wegen Vergewaltigung hinter Schloss und Riegel. Derweil kommen schon die nächsten Ermittlungen gegen ihn zum Abschluss.

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Christian B. ist der Hauptverdächtige im Fall Maddie McCann.

Christian B. ist der Hauptverdächtige im Fall Maddie McCann.

Screenshot Youtube
Christian B. sitzt wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin im Gefängnis. Jetzt kommen  in einem weiteren Vergewaltigungsfall die Ermittlungen zu einem Ende:  B. soll in der Algarve auch eine Irin vergewaltigt haben. «In zwei bis drei Monaten dürfte es so weit sein, sagte der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters 20 Minuten. 

Christian B. sitzt wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Amerikanerin im Gefängnis. Jetzt kommen in einem weiteren Vergewaltigungsfall die Ermittlungen zu einem Ende: B. soll in der Algarve auch eine Irin vergewaltigt haben. «In zwei bis drei Monaten dürfte es so weit sein, sagte der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters 20 Minuten.

REUTERS
Im Fall Maddie McCann wird es bis zum Abschluss dagegen noch dauern. Wir haben viel zu ermitteln», so Wolters (im Bild: Christian B. nach seiner Verhaftung in  Italien im September 2019). 

Im Fall Maddie McCann wird es bis zum Abschluss dagegen noch dauern. Wir haben viel zu ermitteln», so Wolters (im Bild: Christian B. nach seiner Verhaftung in Italien im September 2019).

Polizei

Darum gehts

  • Der Mann, der Maddie McCann getötet haben soll, sitzt wegen Vergewaltigung in Haft.

  • Im neuen Jahr kommen weitere Ermittlungen gegen Christian B. zum Abschluss.

  • Der 45-Jährige soll 2004 in der Algarve eine junge Irin vergewaltigt haben.

  • Hazel B. kam erst Jahre später auf Christian B. als mutmasslichen Täter – dank dem Fall McCann.

  • Dort gibt es «noch viel zu ermitteln», so der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters.

Christian B. sitzt derzeit in Haft in der JVA-Wolfenbüttel. Er wurde wegen Vergewaltigung einer damals 72-jährigen US-Amerikanerin im portugiesischen Praia da Luz verurteilt. Noch hinter Gefängnismauern kommt jetzt ein weiteres Verfahren gegen ihn zum Abschluss: Der 45-jährige Deutsche soll in der Algarve 2004 eine damals 20-jährige Irin vergewaltigt haben.

Der Täter war nie gefasst worden. «Ich hatte in den vergangenen 16 Jahren wenig Hoffnung, dass sie den Mann finden würden, der das getan hat», sagte Hazel B. 2020 dem «Guardian». Stattdessen sei ihr geraten worden, zu schweigen, um der Region nicht noch mehr zu schaden und Touristen zu vertreiben.

«Die Art und Weise, die Werkzeuge, die er bei sich hatte»

Gleichzeitig verfolgte die Irin die Berichterstattung rund um den Fall Maddie McCann, der dreijährigen Britin, die 2007 spurlos aus der Algarve verschwunden war – und las so auch alles über Christian B, der 2020 in einer spektakulären Wende zum neuen Hauptverdächtigen im Fall Maddie erklärt worden war.

Als dann auch vieles über Christian B.s Vergewaltigung der Amerikanerin in Praya da Luz bekannt wurde, erkannte die Irin plötzlich klare Parallelen: «Es hat mich umgehauen, als ich las, wie er 2005 eine Frau angegriffen hatte: Die Taktik und die Art und Weise, die Werkzeuge, die er bei sich hatte, wie gut er es geplant hatte», so Hazel.

Englisch mit deutschem Akzent

Gegenüber der Polizei beschrieb sie den Vergewaltiger als etwa 1,80 Meter grossen Mann mit blauen, stechenden Augen und blonden Augenbrauen. Er habe eine Sturmmaske getragen und Englisch mit deutschem Akzent gesprochen.

Er habe ein Messer gehabt, Kondome benutzt und die Tat gefilmt – alles genauso, wie es bei der Vergewaltigung der 72-jährigen Amerikanerin gewesen war.

Chancen stehen gut

Jetzt sollen die Untersuchungen der Strafverfolger zur mutmasslichen Vergewaltigung der Irin zum Abschluss kommen. «Die Ermittlungen sind in den Endzügen. In zwei bis drei Monaten dürfte es so weit sein, sagte der Braunschweiger Staatsanwalt Hans Christian Wolters 20 Minuten.

Ob es dann in dem Vergewaltigungsfall auch zu einer Anklage kommen wird, kann und will Wolters bei dem noch laufenden Verfahren nicht sagen. Dennoch zeichnet sich ab: Die Chancen einer Anklage gegen Christian B. dürften nach den intensiven Arbeit der Ermittler gut stehen.

Was geht im Fall Maddie?

Gegen den 45-Jährigen wird zudem in zwei weiteren Verfahren ermittelt. Dabei geht es jeweils um sexuellen Missbrauch von Kindern in Portugal. Wie im Fall Maddie seien hier Ermittlungsabschlüsse derzeit aber nicht absehbar, so Wolters.

Nicht, dass der Fall McCann ruhen würde. Das Bundeskriminalamt arbeitet nach wie vor neue Spuren und Hinweise ab, ebenso wie Ermittler in England und Portugal. In Deutschland ist man überzeugt, dass das Mädchen tot ist. Nur es sind tatsachengestützte Erkenntnisse, keine forensischen Beweise.

«Wir haben noch viel zu ermitteln»

Viele Indizien also, aber bislang keinen Beweis, der Christian B. als Täter überführen könnte. «Bis der Fall Maddie zum Schluss kommt, wird es noch dauern», so Wolters. «Wir haben noch viel zu ermitteln.»

Christian B. selbst schweigt beharrlich zu den Vorwürfen im Fall Madeleine McCann, wie sein Verteidiger jetzt bestätigte. Das überrascht nicht: «Freiwillig hat der Tatverdächtige nie etwas gestanden», so Profiler Mark Hofmann zu 20 Minuten.

Profiler: B. ist ohne Reue

«Er hat jeweils nur Geständnisse abgelegt, wenn er sich einen Nutzen davon versprach oder die Beweise ohnehin eindeutig waren. Reue oder Einsicht – so weit ich sehen konnte, gab es das bei ihm nie.»

Wie aber ist die Polizei auf die Kleingarten-Parzelle bei Hannover gekommen? Hat Brückner, der derzeit in Kiel wegen Drogengeschäften einsitzt, den Ermittlern möglicherweise selbst einen Hinweis gegeben? «Das schliesse ich aus», sagt Profiler und Geheimdienstanalyst Mark Hofmann zu 20 Minuten. Er hatte Brückners langes Vorstrafenregister – einen Überblick dazu findet ihr hier – ausführlich studiert.

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(gux)

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