1001 Frage: Was das Grosi mit dem Teufel zu tun hat
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1001 FrageWas das Grosi mit dem Teufel zu tun hat

Goran will wissen, was genau das Wort«Sterneföifi» bedeutet. Die 20-Minuten-Leser haben nicht nur die richtige, sondern auch einige kreative Antworten parat.

von
hum

In der Rubrik «1001 Frage» werden nicht nur Fragen aufgeworfen, sondern auch beantwortet! Und zwar von niemand Geringerem als der 20-Minuten-Leserschaft selbst. Tausende von Gehirnen sind immerhin besser als eines, oder? Nun wollte also Leser Goran folgende Frage geklärt haben: «Was hat es mit der Redewendung 'Sterneföifi' auf sich? Welche Sterne? Wieso fünf?»

Der Grossvater im Sternen

Da Hilfe, wie beispielsweise Google, für die Leser verboten ist, wenn sie die Frage beantworten wollen, gab es einige spannende und kreative Erklärungen. So sieht eine anonyme Leserin die Antwort in einem eher körperlichen Kontext: «Vielleicht bedeutet es Ohrfeige, denn wenn man mit einer Hand (fünf Finger) ins Gesicht geschlagen wird, sieht man nur noch Sterne.» Leser David vermutet die Herkunft des Begriffs sogar in einem sogenannten urbanen Mythos: «Die Redewendung entstand um 1885 und wird auf folgendes Ereignis zurückgeführt: Eine Polizei-Patrouille machte in Albisrieden am frühen Morgen ihre Runde. Als man beim Sternen vorbeikam, vernahmen sie laute Geräusche aus dem Restaurant. Sie öffneten die Türe und traten ein. Was sie entdeckten, war eine Horde feiernder und grölender Albisrieder - offensichtliche stark alkoholisiert. Schliesslich wurde die Patrouille von den Feiernden entdeckt. Man schaute sich gegenseitig an und wusste nicht richtig, wie man reagieren solle. Wachtmeister Schobinger brach das Schweigen und sagte in scharfem Ton: 'Jetzt sind ihr immer na im Sterne. Und es isch föifi!' Lallend kam die Antwort von einem der Überhöckler - der Legende nach soll es sich um Karl Egli gehandelt haben: 'Sch-sch-schterne! Föööööifi!', worauf die ganze Gesellschaft in schallendes Gelächter ausbrach. Die Episode machte schnell die Runde und der Ausdruck 'Sterneföifi' war bald in aller Munde.» Die Geschichte aus Albisrieden ist durchaus eine gute Geschichte, leider aber erfunden.

Das Grosi und der Teufel

Die richtige Antwort liegt nicht in einem Gasthaus namens Sternen verborgen und ist auch nicht das Produkt einer Anekdote. Finden lässt sie sich nämlich in der Symbolik. Wer die beiden Worte 'Stern' und 'fünf' gemeinsam denkt, erhält den fünfzackigen Stern. Für Leser E. ein klares Indiz für die Wortherkunft: «Der auf den Spitz gestellte, fünfzackige Stern gilt in gewissen Kreisen als Symbol des Teufels. Das war für unsere strenggläubigen Grosseltern wohl das Schlimmste, was sie sich gegenseitig an den Kopf werfen konnten.» Es war zu früheren Zeiten zudem verpönt, den Teufel beim Namen zu nennen, weil man ihn dann beschwören würde. Deshalb wurden eher Worte wie «Sterneföifi» verwendet.

Leserin Selina hat statt Google ihren Grossvater nach der Bedeutung gefragt: «Stell nöd so blödi Froge, Sterneföifi nonemoll!» Zum Glück kennt sie ja jetzt die Antwort und muss ihre Grosseltern nicht mehr damit belästigen.

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