Aktualisiert 23.01.2015 06:21

Offizielle Dokumente

Was die Air Force über Ufos weiss

Ufo-Jagd für jedermann: Eine neue Website vereint erstmals zehntausende Berichte über Ufo-Sichtungen durch die US-Luftwaffe.

von
jcg
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Lubbock, Texas, 30. August 1951: Dieser Fall gilt als einer der ersten grossen Ufo-Fälle der USA. Die Air Force kam zum Schluss, dass es wohl Vögel mit weissen Federn an der Brust waren, die die Lichter der Stadt reflektierten.

Lubbock, Texas, 30. August 1951: Dieser Fall gilt als einer der ersten grossen Ufo-Fälle der USA. Die Air Force kam zum Schluss, dass es wohl Vögel mit weissen Federn an der Brust waren, die die Lichter der Stadt reflektierten.

Project Blue Book
Tulsa, Oklahoma, 2. August 1965: Das Foto oben rechts wurde vom 14-jährigen Alan Smith aufgenommen. Die anderen Bilder zeigen Versuche der US-Luftwaffe, das Foto nachzustellen.

Tulsa, Oklahoma, 2. August 1965: Das Foto oben rechts wurde vom 14-jährigen Alan Smith aufgenommen. Die anderen Bilder zeigen Versuche der US-Luftwaffe, das Foto nachzustellen.

Project Blue Book
Belfast, Maine, 26.-29. Juni und 11. Juli 1958: Im Nachhinein wurde festgehalten, dass auf den (schlechten) Fotos der Stern Arcturus zusammen mit Wolken und anderen Sternen zu sehen sei.

Belfast, Maine, 26.-29. Juni und 11. Juli 1958: Im Nachhinein wurde festgehalten, dass auf den (schlechten) Fotos der Stern Arcturus zusammen mit Wolken und anderen Sternen zu sehen sei.

Project Blue Book

Für Ufo-Freunde gibt es eine neue Website, die über 130'000 Dokumente über Ufo-Sichtungen der US-Luftwaffe zugänglich macht. Der Historiker John Greenewald hat erstmals alle Dateien des sogenannten Project Blue Book an einem Ort versammelt. Unter diesem Namen sammelte und untersuchte die Air Force von 1947 bis 1969 Berichte über unbekannte Flugobjekte.

Die Dokumente von Project Blue Book waren bisher nur auf Mikrofilmen des Nationalarchivs der Vereinigten Staaten in Washington einsehbar, sowie in unvollständiger Form auf verschiedenen Websites von Ufo-Fans, zum Teil kostenlos, zum Teil aber auch nicht. Laut Greenewald kann nun erstmals jeder Interessierte sämtliche Dokumente gratis herunterladen.

15 Jahre Arbeit

Als Motivation für die Mammutaufgabe gibt Greenewald nicht eine eigene Begegnung der dritten Art an, sondern seine Neugier. «Ich bin ein Geschichtsfan. Ich finde, diese Dinge sollten zugänglich sein», sagte er CNN. «Geheimnisse sind nichts Schlechtes. Ich denke, wir sollten darüber Bescheid wissen und es sollte in Geschichtsbüchern stehen.»

Greenewald startete seine Project Blue Book Collection vor 15 Jahren und stellte seither 5000 Anträge auf Freigabe von Dokumenten. Insgesamt umfasst seine Sammlung 10'000 PDFs, wovon jedes einem eigenen Fall gewidmet ist. Er glaubt allerdings, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sei. Er geht davon aus, dass es noch mehr zu erfahren gibt. Besonders, da auf den freigegebenen Dokumenten noch viele Stellen eingeschwärzt sind – und der berüchtigte Roswell-Zwischenfall, der sich 1947 in New Mexico abgespielt haben soll, darin nicht dokumentiert ist.

Keine Gefahr für die nationale Sicherheit

Project Blue Book wurde damals gestoppt, weil es keine entscheidenden Informationen brachte. Laut einem offiziellen Bericht soll keines der gemeldeten, untersuchten und beurteilten Ufos jemals den Eindruck vermittelt haben, eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA zu sein. Seither sei nichts mehr passiert, was ein erneutes Ufo-Projekt gerechtfertigt hätte, heisst es auf der Website des US-Nationalarchivs.

Greenewald ist sich da nicht so sicher. «Ich glaube die offizielle Haltung nicht. Ich denke, da geht etwas Grosses vor sich. Wie gross, wird noch länger niemand so genau wissen, weil die Regierung weiterhin die Regeln festlegt. Es ist ein schweres Spiel, wenn sie die Regeln aufstellen und gleichzeitig Schiedsrichter sind.»

Wie dem auch sei, die interessantesten Fotos aus der Project Blue Book Collection gibt es in der Bildstrecke zu sehen. Die Bilder wurden von der US-Onlineplattform Digg.com ausgewählt.

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