Aktualisiert 22.06.2011 08:32

Atomfabrik Majak

Was die Axpo nicht sehen darf

Die Axpo kauft Brennstäbe in Majak, darf aber nicht in die Fabrik. Weil es militärisches Sperrgebiet sei, laut Behörden. Weil Radioaktivität austrete, sagt Greenpeace. Ein Filmteam hat sich umgesehen.

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Die Axpo verwendet in ihren AKWs Brennstäbe aus der russischen Wiederaufbereitungsanlage in Majak. Das musste der Energiekonzern im September 2010 aufgrund von Greenpeace-Recherchen zugeben. Die Anlage wird von Umweltorganisationen seit Jahren massiv kritisiert, die Gegend um Majak soll sehr stark radioaktiv verstrahlt sein.

Für den Schweizer AKW-Betreiber ist derzeit nicht restlos geklärt, ob die Aufbereitungsprozesse in Majak Mensch und Umwelt tatsächlich gefährden. Mitglieder aus der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat der Axpo, darunter der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi (SVP) und der Ausserrhoder Landammann Jakob Brunnschweiler (FDP), wollten deshalb Ende Juni die Anlage besichtigen.

Seit den Sowjetzeiten verseucht

Doch am Sonntag kam von der Mutterfirma des Bertreibers, dem staatlichen russischen Energiekonzern Rosatom, ein kurzfristiges Njet: Ein Besuch der Anlage sei nicht möglich, weil sich diese in militärischem Sperrgebiet befinde.

Was haben die Russen zu verbergen? Offenbar eine ganze Menge. Dies zumindest zeigt ein TV-Beitrag der Deutschen Welle vom Herbst vergangenen Jahres. Ein Team des Senders bereiste die Gegend um die Atomfabrik von Majak und stellte fest: Die radioaktive Belastung des Wassers und der Böden liegt teilweise noch Dutzende Kilometer von der Atomfabrik weg um ein Vielfaches über den zulässigen Grenzwerten. Die Krebsrate ist fünfmal höher als im übrigen Russland.

Die Kontaminierung des Gebiets begann schon vor Jahrzehnten noch zu Sowjetzeiten, die Wahrheit um Majak kommt aber erst nach und nach ans Licht.

Seit Jahrzehnten ein Problem: Die Atomfabrik Majak in einem russischen Video mit deutschen Untertiteln. Quelle: YouTube

(Mit Material der SDA)

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