Was die E-Mail-Adresse verrät
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Was die E-Mail-Adresse verrät

Ob «Bussibärli@...» oder «PorscheTurboBond@...»: Die Wahl eines Fantasienamens für die eigene E-Mail-Adresse lässt tiefer blicken als bisher angenommen. Eine neue Studie fördert Erstaunliches zu Tage.

Deutsche Wissenschaftler fanden ausserdem heraus, dass sogar die Domain Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Mailbox-Besitzers zulässt.

Schick mir eine E-Mail und ich sag dir, wer du bist. Nun, ganz so simpel sind die Zusammenhänge zwischen dem selbst gewählten Namen einer privaten E-Mail-Adresse und dessen Besitzer nun auch wieder nicht. Und doch: Die Forscher Dr. Mitja Back, Dr. Stefan Schmukle und Prof. Dr. Boris Egloff von der Universität Leipzig kamen bei ihren psychologischen Forschungen zu beeindruckenden Ergebnissen. Sie fanden heraus, dass Merkmale von E-Mail-Adressen den ersten Eindruck auf andere Personen massgeblich beeinflussen. So wurden beispielsweise Personen, die eine «.com»-Domain auswählten, von Testpersonen als weniger gewissenhaft eingeschätzt als Personen, die eine «.de»-Domain nutzten.

«honey.bunny77@hotmail.de» oder «schnurzelputzeli@blaxzz.com»?

Besonders die Wahl des Namens liess bei den Probanden der Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Persönlichkeit ihres Schöpfers zu. So wurden Besitzer kreativer, witziger und fantasievoller E-Mail-Adressen von den Studienteilnehmern als extrovertiert und offen eingeschätzt. Hinter niedlichen Namen vermuteten die Probanden einen verträglichen, gutmütigen Absender, während anzügliche bis angeberische Wörter oder Wortspiele als Bestandteil der Adresse von den Testern als narzisstisch aufgefasst wurden.

Die E-Mail-Adresse als «Spiegel der Seele»?

Interessant: Die Beurteilenden lagen bei ihren Vermutungen meistens richtig - oft stimmten die Einschätzungen der Probanden mit den Persönlichkeitseigenschaften der Besitzer der E-Mail-Adressen überein.

Die eigene E-Mail-Adresse - eine Art «Seelenstriptease» im World-Wide-Web? «Wir hinterlassen durch unsere persönlichkeitsbedingten Verhaltensweisen und Vorlieben Spuren in den natürlichen und virtuellen Umwelten, in denen wir uns bewegen», so Dr. Mitja Back gegenüber der Fachzeitschrift «Journal of Research».

Der amerikanische Psychologe Sam Gosling konnte dies bereits in einer vorangegangenen Studie für Büros, private Homepages und für Musikpräferenzen belegen.

An der Untersuchung des Instituts für Psychologie II der Universität Leipzig nahmen 600 Schüler im Alter zwischen 15 und 18 Jahren teil. In einem Fragebogen wurden die Teenager aufgefordert, ihre E-Mail-Adresse und Persönlichkeitseigenschaften anzugeben. 100 unabhängige Beurteiler wurden anschliessend damit beauftragt, die ihnen unbekannten Schüler ausschliesslich anhand ihrer Mailbox-Adresse zu beurteilen.

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