14.09.2020 18:30

Credit Suisse und UBSWas die Mega-Fusion für die Schweiz bedeuten würde

Gerüchten zufolge planen Credit Suisse und UBS einen Zusammenschluss. Das hätte Folgen für den Schweizer Finanzmarkt. Konten von Kunden würden dann zusammengelegt werden.

von
Barbara Scherer
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Wollen UBS und Credit Suisse zu einer riesigen Bank werden?

Wollen UBS und Credit Suisse zu einer riesigen Bank werden?

KEYSTONE
Gerüchten zufolge ja.

Gerüchten zufolge ja.

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Eine Fusion könnte zufolge haben, dass 10 bis 20 Prozent der Stellen weltweit abgebaut werden.

Eine Fusion könnte zufolge haben, dass 10 bis 20 Prozent der Stellen weltweit abgebaut werden.

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Darum gehts

  • Gerüchten zufolge sollen UBS und Credit Suisse bis Ende 2021 fusionieren.
  • Das würde zu einem grossen Stellenabbau führen.
  • Die Fusion wäre zudem ein Politikum.

Spekulationen zufolge wollen die UBS und die Credit Suisse fusionieren. Bis Ende 2021 soll es einen neuen Finanzriesen in der Schweiz geben. Weder UBS noch CS wollen sich zu dem Gerücht äussern. Auch die Bankenaufsicht Finma schweigt.

Eine Fusion könnte besonders für die Angestellten schwere Folgen haben: Es sei mit einem Verlust von 10 bis 20 Prozent der Stellen zu rechnen. Damit würden 15’000 Stellen weltweit abgebaut, schreibt «Inside Paradeplatz». Wäre eine Fusion also überhaupt tragbar und was würde das für die Kunden bedeuten? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Ist eine Fusion zwischen Credit Suisse und UBS realistisch?

«Grundsätzlich ist das schon möglich. Bisher ist aber alles nur ein Gerücht», sagt Andreas Dietrich, Bankprofessor der Hochschule Luzern. Eine Bank müsse immer in Szenarien denken und verschiedene strategische Optionen durchspielen. «Gerade wenn der Aktienkurs tief ist und das Kosten-Ertrags-Verhältnis eher schlecht ist, geht es darum, herauszufinden, wie das Geschäft verbessert werden kann und die Effizienz gesteigert wird», so Dietrich.

Tatsächlich dümpelt der Aktienkurs sowohl von UBS als auch von CS seit Jahren auf etwa gleich tiefem Niveau herum. Aussicht auf einen deutlichen Kursanstieg gibt es kaum. Daher stehen die Banken vonseiten der Aktionäre unter Druck. Laut Dietrich sei eine Fusion mit einer anderen Bank aber nur ein möglicher Weg. Es könnten auch nur Teilgeschäfte zusammengelegt werden.

Was bedeutet das für die Kunden?

Wer ein Bankkonto bei UBS und CS hat, würde nach einer Fusion nur noch ein Konto besitzen. «Schliessen sich Banken zusammen, werden die Konten der Kunden eigentlich immer zusammengeführt», erklärt Dietrich. Auch müsse damit gerechnet werden, dass Filialen geschlossen werden.

Was würde eine Fusion für den Schweizer Finanzplatz bedeuten?

«Das wäre sicher ein Schlag», sagt Dietrich. Denn wenn zwei Grossbanken verschmelzen, würden auch viele Arbeitsplätze verloren gehen. Vielfalt gäbe es in der Schweizer Bankenwelt aber immer noch. «Durch die Raiffeisen-, Regional- und Kantonalbanken oder auch die vielen Privatbanken wäre sicherlich weiterhin ein gewisser Wettbewerb gegeben», so Dietrich.

Würde ein Zusammenschluss überhaupt genehmigt?

Das müsste laut Dietrich geprüft werden und sei auch eine politische Frage. Wichtig zu berücksichtigen sei dabei das «Too big to fail»-Problem: Die neue Institution könnte nämlich zu gross werden. «Würde sie in Schieflage geraten, könnte sie vom Schweizer Staat möglicherweise nicht mehr gerettet werden.» Auch dürfe eine neue Grossbank keine zu grosse Marktmacht – geografisch und in Bezug auf das Angebot – besitzen.

Was sagen die Aktionäre dazu?

Für den Genfer Stimmrechtsberater Ethos, der die Interessen der Aktionäre vertritt, wäre eine Fusion ein grosses systematisches Risiko für die Aktionäre und die Schweiz: «Die Aktionäre profitieren mehr von zwei Banken mit verschiedenen Strategien und Profilen», erklärt Ethos-Chef Vincent Kaufmann. Denn in der Finanzkrise 2008 generierte die UBS alleine schon zu grosse Verluste. Eine neue noch grössere Bank wäre deshalb nicht tragbar.

Wie reagiert die Börse?

Die Aktien der beiden Banken sind seit Aufkommen der Fusionsgerüchte im Aufwind. Die Aktien der Credit Suisse legten am Montag um über 4 Prozent auf rund 10.25 Franken zu, UBS um über 2 Prozent auf rund 11.40 Franken. Beide Aktien stehen im bisherigen Jahresverlauf allerdings 23 Prozent beziehungsweise rund 7 Prozent im Minus.

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406 Kommentare
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Bankräuber

15.09.2020, 19:09

Schade😩! Immer weniger Filialen...

Daniel Friedrich

15.09.2020, 18:12

Hat Weber mit dem Wegzug nach Frankfurt gedroht? Wenn das stimmt, muss er sofort zurücktreten!

Unternehmer

15.09.2020, 15:40

eine Bank und viele Ermottis, und Schwarze die die Taschen füllen.