Lohnbuch 2016: Was die Schweizer genau verdienen

Aktualisiert

Lohnbuch 2016Was die Schweizer genau verdienen

Wie viel verdient ein Chefarzt in der Schweiz? Das Lohnbuch 2016 gibt Auskunft. Ausserdem zeigt es: In vielen Jobs liegen die Mindestlöhne immer noch unter 4000 Franken.

von
kwo

Löhne sind in der Schweiz ein Reizthema. Viele Personen sprechen nicht gern über ihr Einkommen. Gerade deshalb ist ein Blick in das Lohnbuch 2016 besonders spannend. Herausgegeben wird das Standardwerk alljährlich vom Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich. Es enthält auf ungefähr 800 Seiten Informationen über gut 9000 Brutto-Gehälter. Die Zahlen aus der neusten Ausgabe publiziert die «SonntagsZeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe.

Eine wichtige Erkenntnis aus dem diesjährigen Lohnbuch ist: Die Mindestlöhne in der Schweiz steigen im Gegensatz zu früher kaum noch an. Schockierend ist: In einigen Jobs sinken die Löhne gar. Von Stillstand und Rückgang ist nicht nur der Tieflohnsektor betroffen. Denn nebst Taxifahrern, Buchhändlern, Gebäudeunterhaltsreinigern oder Metzgern müssen auch Chefärzte, Primarlehrer oder Piloten mit stagnierenden Löhnen abfinden.

Viele Löhne unter 4000 Franken

Autor des Lohnbuchs ist Philipp Mülhauser. Der «SonntagsZeitung» sagte er zur diesjährigen Lohn-Stagnation: «Die Entwicklung der Löhne verläuft nur sehr langsam. Wer mehr als ein Prozent Lohnerhöhung hat, kann sich bereits glücklich schätzen.» Mühlhauser stützt sich bei dieser Aussage auf seine langjährige Erfahrung. Seit 1998 erstellt er im Auftrag des Kantons Zürich das amtliche Lohnbuch.

Auffällig ist auch bei der neuen Ausgabe des Lohnbuchs, dass es hierzulande nach wie vor viele Jobs gibt, in denen man weniger als 4000 Franken pro Monat verdient. Das betrifft keineswegs nur Ungelernte, sondern auch viele Personen, die eine Berufslehre abgeschlossen haben. So haben Floristinnen (3627 Franken), Zahnarztassistentinnen (3700 Franken) und Gebäudereinigerinnen (3367 Franken) tiefe Löhne. Am untersten Ende der Skala steht der Taxifahrer (3200 Franken) und Pferdepfleger (2940 Franken) oder Absolventinnen der Haushaltslehre Landwirtschaft (2311 Franken). Aufgrund fehlender Gesamtarbeitsverträge (GAV) in gewissen Branchen handelt es sich bei den hier genannten Werten des Lohnbuchs teilweise nur um Empfehlungen, nicht um rechtlich-verbindliche Angaben.

Der Diplomat verdient am besten

Das Lohnbuch 2016 hat auch ermittelt, welche Berufe zu den bestbezahlten gehören. Die Rangliste führt wie schon 2015 der Missionschef im diplomatischen und konsularischen Dienst an. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) honoriert diesen Posten mit 13'474 Franken. Flugverkehrsleiter verdienen (ab dem 15. Lizenzjahr) rund 13'106 Franken monatlich, ein Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Chefarzt in der Lohnklasse 27 erhält 12'824 Franken. Primarschullehrer verdienen mit 6981 Franken monatlich im Schnitt etwas weniger als Assistenz-Ärzte (7436 Franken).

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