Grundwissen Klimawandel - Was du über Kohlendioxid wissen solltest – Teil 1
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Grundwissen KlimawandelWas du über Kohlendioxid wissen solltest – Teil 1

Treibhausgase, CO2, CO2-Äquivalente: Die Diskussion um den Klimawandel steckt voller Begriffe und Fachwissen. Wir erklären, was die Begriffe bedeuten und wieso Kohlendioxid überhaupt schädlich für die Natur ist.

von
Jan Graber
Öl- und Gasheizungen tragen erheblich zum zu hohen CO2-Gehalt in der Atmosphäre bei. 

Öl- und Gasheizungen tragen erheblich zum zu hohen CO2-Gehalt in der Atmosphäre bei.

Urs Jaudas/Tamedia

Darum gehts

  • CO2 ist der grösste Treiber des Klimawandels.

  • Der natürliche CO2-Kreislauf ist wegen der CO2-Emissionen durch fossile Brennstoffe nicht mehr intakt.

  • CO2 und andere Treibhausgase erwärmen durch Abstrahlung die Atmosphäre übermässig.

  • Technologien zum CO2-Abbau stecken noch in den Kinderschuhen.

In den Medien ist beinahe täglich über den Klimawandel zu lesen. Die Artikel sind durchsetzt mit Fachbegriffen und spezifischem Wissen – ein Grundwissen, das oft fehlt oder wieder in Vergessenheit geraten ist. Was zum Beispiel sind CO2-Äquivalente? Wieso genau ist das Kohlendioxid (CO2) schon wieder schädlich für unseren Planeten? Oder besser: Ab wann? Welche Bereiche des Lebens hinterlassen den tiefsten CO2-Fussabdruck? Im ersten Teil erklären wir die zentralen Begriffe und wieso Treibhausgase die wichtigste Rolle beim Klimawandel spielen*.

Was ist CO2?

Kohlendioxid, kurz CO2, ist ein farb- und geruchloses Gas. CO2 wird ständig von der Vegetation, den Ozeanen und den Böden abgegeben und wieder aufgenommen – es handelt sich um den natürlichen Kohlenstoffkreislauf. Ohne Eingriffe in die Natur wären die Kohlenstoffzuflüsse in und -abflüsse aus der Atmosphäre gleich gross – es käme zu keiner Erderwärmung.

Wieso hat CO2 beim Klimawandel diese grosse Bedeutung?

Die vom Menschen durch die Verbrennung fossiler Energieträger zusätzlich in die Atmosphäre eingebrachte CO2-Menge stört das natürliche Gleichgewicht. Weil Ozeane, Böden und Vegetation nur einen Teil (zurzeit etwa die Hälfte) des zusätzlichen, menschgemachten CO2 aufnehmen, entsteht ein Überschuss. Als direkte Folge steigt die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in einem bisher nie beobachteten Tempo.

Was sind Treibhausgase?

Treibhausgase sind gasförmige Bestandteile der Atmosphäre, die den sogenannten Treibhauseffekt verursachen. Die wichtigsten von Menschen verursachten Treibhausgase sind: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffmonoxid (N2O, Lachgas), sowie verschiedene synthetische Gase (z.B. Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC), Schwefelhexafluorid
(SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3).

Wieso sind Treibhausgase und besonders CO2 schädlich fürs Klima?

Zum Klimawandel tragen verschiedene Treibhausgase bei, die durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangen. Den grössten Beitrag macht CO2 aus, da dieses Gas in grossen Mengen ausgestossen wird und auf lange Zeit in der Atmosphäre verbleibt. Seit der Industrialisierung und der damit verbundenen wachsenden Nutzung fossiler Energieträger hat der CO2-Gehalt der Atmosphäre massiv zugenommen und dadurch zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur geführt.

Wie führen Treibhausgase zur Erderwärmung?

Die Erdoberfläche wird durch die Sonneneinstrahlung erwärmt. Die Erde gibt die Wärme ihrerseits (als Strahlung) an die Atmosphäre ab. Treibhausgase in der Atmosphäre nehmen die Strahlung auf und schicken einen Teil davon wieder zur Erde zurück. Dadurch erwärmen sich die Erdoberfläche und die unterste Atmosphärenschicht zusätzlich. Je höher die Konzentration der Treibhausgase, umso grösser ist die zusätzliche Erwärmung. Deshalb ist es so wichtig, die Emissionen von Treibhausgasen – zuvorderst CO2 – zu verringern.

Wie kann CO2 abgebaut werden?

CO2 wird normalerweise von der Natur – der Vegetation, den Ozeanen und Böden – der Luft entnommen und gebunden. Übersteigt der CO2-Gehalt die natürlichen Möglichkeiten, das Kohlendioxid zu binden, entsteht ein Überschuss. Dieser lässt sich nur durch aktive Filterung reduzieren – zum Beispiel durch CO2-Filter-Anlagen. Diese Technologie steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und steht noch nicht in genügend wirksamem Umfang bereit.

* Die Informationen basieren auf einem schriftlichen Interview mit dem Bundesamt für Umwelt, BAFU, sowie auf Angaben auf www.admin.ch

Im zweiten Teil ab dem 26. Oktober erfährst du, was CO2-Äquivalente und graue Emissionen sind und wo sich am meisten Kohlendioxid einsparen lässt.

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