BVB-Bellingham wütet nach Pleite - «Was erwarten Sie von einem Schiri, der in Manipulationen verwickelt war?»
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BVB-Bellingham wütet nach Pleite«Was erwarten Sie von einem Schiri, der in Manipulationen verwickelt war?»

Beim BVB ist die Wut auf die Leistung des Unparteiischen nach der Niederlage im Top-Spiel gegen Bayern München gross. Jude Bellingham äussert dabei massive Vorwürfe gegen Schiri Felix Zwayer.

von
Florian Gnägi

Hummels mit dem Handspiel, Zwayer gibt Penalty.

ZDF

Darum gehts

  • Bayern München gewinnt das Bundesliga-Topspiel beim BVB mit 3:2.

  • Viel zu reden gaben nach der Partie einige zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidungen.

  • Die Dortmunder finden harte Worte für die Leistung des Unparteiischen Felix Zwayer.

«Für mich war das kein Penalty. Hummels schaut nicht einmal zum Ball und er kämpft um ihn», meinte Dortmund-Shootingstar Jude Bellingham beim norwegischen TV-Sender Viaplay Fotball, als er auf die heiss diskutierte Szene angesprochen wurde, die zum Elfmeter für die Bayern und zum letztlich entscheidenden 3:2-Siegtor im Bundesliga-Spitzenspiel führte.

Der 18-jährige Engländer redete sich nach der bitteren Pleite richtig in Rage und meinte dann, man könne sich auch viele andere Entscheidungen in diesem Spiel anschauen, in denen die Borussen vom Unparteiischen benachteiligt worden seien. Besonders ärgerlich für Dortmund war, dass ein Zweikampf von Lucas Hernandez gegen Marco Reus im Strafraum der Bayern nicht gepfiffen worden war.

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Dortmunds Jude Bellingham kritisiert Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Topspiel gegen Bayern massiv.

Dortmunds Jude Bellingham kritisiert Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Topspiel gegen Bayern massiv.

Bernd Thissen/dpa
Der BVB-Engländer spielt in einem TV-Interview auf die Verwicklung des Unparteiischen in einen Wettskandal an.

Der BVB-Engländer spielt in einem TV-Interview auf die Verwicklung des Unparteiischen in einen Wettskandal an.

Getty Images
Die Entscheidungen von Felix Zwayer beeinflussen  das deutsche Titelrennen massgeblich.

Die Entscheidungen von Felix Zwayer beeinflussen das deutsche Titelrennen massgeblich.

REUTERS

Die Dortmunder Spieler hätten eine Gleichbehandlung der beiden Penalty-Szenen gefordert, «doch die beiden Szenen sind nicht gleich zu behandeln», sagte Schiedsrichter Felix Zwayer bei Sport1. Bei Hummels Handspiel habe er eine Rückmeldung bekommen, dass der Arm des Dortmund-Verteidigers nicht nahe am Körper, sondern weit weggestreckt sei und dass es eine deutliche Abwehrbewegung mit dem Ellbogen gegeben habe, erklärte der Unparteiische weiter.

«Du gibst einem Schiedsrichter, der vorher schon mal ein Spiel manipuliert hat, das grösste Spiel in Deutschland», legte ein sichtlich erboster Bellingham im Interview nach und meinte weiter: «Was erwartest du dann?» Der Teamkollege von Manuel Akanji und Gregor Kobel spielte damit auf den Wettskandal im deutschen Fussball aus dem Jahr 2005 an.

Zwayer war einst in Manipulationsskandal verwickelt

Zwayer war damals in den Manipulationsskandal um den früheren Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt. Der heute 40-Jährige half damals mit, den Skandal aufzudecken. Später wurde er aber für sechs Monate vom DFB gesperrt, weil er die ihm bekannten Spielmanipulationen von Hoyzer nicht sofort meldete. Zudem soll Zwayer vor einem Spiel des Wuppertaler SV gegen Werder Bremen II 300 Euro von Hoyzer angenommen haben, um als Linienrichter dabei mitzuhelfen, kritische Situationen für Wuppertal zu vermeiden. Das Urteil gegen Zwayer wurde erst Jahre später, nämlich 2014, öffentlich bekannt.

Die Wut auf den umstrittenen Unparteiischen breitete sich nach dem Spiel nicht nicht nur bei den Dortmunder Spielern aus, sondern auch bei einigen Fans auf Social Media. «Du weisst, wie es um das Schiedsrichterwesen in Deutschland bestellt ist, wenn Felix Zwayer so eine Partie leiten darf», meinte ein User auf Twitter. Die Meme-Seite «Wumms» brachte die Gefühlslage der Dortmund-Fans mit einer Karikatur, in der Zwayer im Bayern-Trikot zu sehen ist, auf den Punkt.

BVB-Coach Marco Rose wollte nach dem Spiel erst nicht viele Worte über Zwayer verlieren und meinte: «Vielleicht möchte ich gar nicht über den guten Mann reden, wir haben es ja jetzt alle schon gesehen und gehört». Dann verlor der enttäuschte Dortmund-Trainer doch noch einige Sätze über den Schiedsrichter und ergänzte: «Der Herr Zwayer kann ruhig noch ein paar Mal BVB-Spiele leiten. Wir sind hier, wir sind bereit, wir bereiten uns vor auf all das, was noch kommt. Sie können uns noch ein paar Steine und Stöcke in den Weg legen, aber wir machen weiter.»

Bei der Pleite gegen Bayern war es indes nicht zum ersten Mal, dass Borussia Dortmund in dieser Saison von zweifelhaften Schiedsrichter-Entscheiden benachteiligt wurde. Bereits beim kapitalen Heimspiel in der Champions League gegen Ajax Amsterdam hatte ein fragwürdiger Platzverweis gegen Mats Hummels für Diskussionen Anlass gegeben.

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