Aktualisiert 13.11.2007 16:46

«Was glaubst Du, wen Du vor dir hast, Zuckertitte?»

Sprüche gegen Frauen sind leider nicht Ungewöhnliches. Zwei Australierinnen haben jetzt 1000 verbale Fehltritte ihrer prominenten Landleute gesammelt. Der obige Spruch stammt von einem üblichen Verdächtigen…

Die australische Hollywood-Grösse Mel Gibson brachte es fertig, einem weiblichen Fan an den Kopf zu werfen: «Was glaubst Du, wen Du vor dir hast, Zuckertitte?» Amtsrichter Pat Caldwell sagte einer Angeklagten im Minirock: «Kommen Sie wieder, wenn Ihr IQ so hoch ist, wie ihr Kleid sitzt.» Und Bill Heffernan, heute Senator von New South Wales, bezeichnete einmal eine kinderlose politische Konkurrentin als «vorsätzlich unfruchtbar».

Die deutsche Band «Die Ärzte» sang einmal ein Lied namens «Männer sind Schweine!». Und welcher australische Kerl es in das Buch der Feministinnen Meredith Burgmann und Yvette Andrews schafft, der gehört zu jener Kategorie. 1000 diskriminierende Sprüche prominenter Australier haben sie in «1000 schreckliche Dinge, die australische Männer über Frauen sagen» gesammelt. Noch eine Kostprobe? Der Prediger Scheich Tadsch Din Al Hilalai hat laut «Sydney Morning Herald» ein Vergewaltigungsopfer ein «unbedecktes Fleisch» genannt und ihnen gesagt, sie wären besser zu Hause geblieben.

In einem Interview mit jener australischen Zeitung sagte Autorin Burgmann, dass Politiker und Amtsträger früher am schlimmsten über Frauen geredet hätten. «Jetzt sind es eher die Showgrössen: Sportler, Fernsehstars und Promi-Köche.» Mit ihrer «Bestandsaufnahme aus dem Schweinestall» wollen die beiden Verfasser «sie wissen lassen, dass es öffentlich wird, wenn sie weiterhin diese fürchterlichen, sexistischen Dinge sagen.»

Dass nicht nur krasse Beleidigungen, sondern auch jämmerliche Aussagen voll Selbstmitleid in dem Buch ihren Platz finden, ist klar. So wie Ex-Arbeitsminister Joe Hockey, der über die Schwangerschaft seiner Gattin sagte: «Nun, es ist anstrengend für mich. Ich weiss nicht warum, aber während der Schwangerschaft konzentrieren sich alle bloss auf die Frauen. Was ist mit den Männern? Ich meine, es ist ganz schön hart.» Und auch Frauen, die Sexisten nach dem Mund reden bleiben nicht verschont. So wie Model Kate Fischer: «Ich bin schön. Ich bin ein Model. Es ist mir gestattet, dumm zu sein.»

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