Rausschmiss: Was hat der Minibar-Chef wirklich verbockt?
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RausschmissWas hat der Minibar-Chef wirklich verbockt?

Hohe Honorarausgaben und happige Kreditkartenabrechnungen: Elvetino-Chef Wolfgang Winter soll wegen verdächtigen Geldflüssen entlassen worden sein.

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vb
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Wolfgang Winter, Ex-Chef von Elvetino, sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt. Im Bild: Winter während einer Medienorientierung im Jahr 2013.

Wolfgang Winter, Ex-Chef von Elvetino, sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt. Im Bild: Winter während einer Medienorientierung im Jahr 2013.

Keystone/Marcel Bieri
Elvetino betreibt unter anderem die Minibar-Wägeli in den SBB-Zügen.

Elvetino betreibt unter anderem die Minibar-Wägeli in den SBB-Zügen.

Keystone
Lange wird es sie aber nicht mehr geben: Die kleinen Wagen mit Kaffee und Snacks werden ab Ende 2017 schrittweise abgeschafft.

Lange wird es sie aber nicht mehr geben: Die kleinen Wagen mit Kaffee und Snacks werden ab Ende 2017 schrittweise abgeschafft.

Keystone

Der bisherige Geschäftsführer der SBB-Tochter Elvetino, Wolfgang Winter, ist überraschend freigestellt worden. Die Begründung tönte in einer Mitteilung der SBB ungewohnt scharf: Das Unternehmen sprach von «massiven Vorwürfen» gegen Winter und einem Fall von «Compliance». Elvetino betreibt unter anderem die Minibar-Wägeli in den SBB-Zügen.

Nun zeigen Recherchen der «SonntagsZeitung», in welche Richtung die angeblichen Verfehlungen des Elvetino-Chefs gehen. Es gehe darum, dass Winter in verdächtig hohem Mass Unternehmensgelder verschwendet hat. So wurden Elvetino Beraterhonorare in ungewohnter Höhe in Rechnung gestellt, ohne dass ersichtlich war, was genau der Gegenwert dieser teuer abgerechneten Leistungen war.

Nicht erklärbar hohe Ausgaben

Gegenstand der Abklärungen sind auch üppige Kreditkarten­abrechnungen von Wolfgang Winter. Und schliesslich gab es offenbar auch Ungereimtheiten im Wareneinkauf – auch hier sind es nicht erklärbar hohe Ausgaben, die nun von der SBB-Compliancestelle unter die Lupe genommen werden.

Nun müssen die mit der Untersuchung beauftragten Fachleute der SBB prüfen, was es mit den hohen Ausgaben auf sich hat und ob ein Teil des Geldes allenfalls in Form von Kickbacks an den ehemaligen Elvetino-Chef zurückgeflossen ist. Vorläufig gilt die Unschuldsvermutung. Winter äussert sich nicht zu den Vorwürfen. «Solange das Verfahren läuft, möchte ich nichts sagen», sagte er der «SonntagsZeitung». Selbstverständlich werde er kooperieren.

Übernommen von tagesanzeiger.ch, bearbeitet durch 20 Minuten.

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